Friedrich  der  Strenge  und  seine  Bruͤder.  87

Thuͤringen  und  Wilhelm  Meißen  erhielt.  Im  Jahre  1381  1331
(26.  Mai)  starb  Friedrich  der  Strenge  im  fünfzigsten  Lebensjahre
  und  war  der  letzte  Fürst,  welcher  nach  Altencelle
begraben  wurde.  Den  Beinamen  des  Strengen  hatte  er
sich  blos  um  die  Raubritter  und  Marodeurs  verdient,  die
in  jener  Zeit  so  häufig  waren  und  den  Frieden  der  Städte
so  oft  beunruhigten.  Er  verfolgte  diese  allerdinge  mit  unerbittlicher
  Strenge,  die  Länder  wurden,  zum  großen  Theil,
von  diesen  Unholden  gesäubert,  Raubburgen  gebrochen  und
die  Räuber,  meistens  aus  vornehmen  Geschlechtern,  schwer,
meistens  mit  dem  Galgen  gestraft.  Doch  soll  er,  wie  streng
er  auf  diese  Weise  am  rechten  Orte  seyn  konnte,  auch  eben
so  verträglich  und  dienstfertig  gegen  seine  Freunde  und  die,
welche  er  zu  achten  hatte,  gewesen  seyn.  Von  seiner  Gemahlin
  Katharina  von  Henneberg,  hinterließ  er  drei  Söhne,
Friedrich,  Wilhelm  II.  und  Georg,  unter  denen  der  älteste,
Friedrich,  mit  dem  Zunamen:  der  Streitbare,  zu  dem  größten
  RNuhme  und  Ansehen  gelangte.  Nach  Friedrich's  des
Strengen  Absterben  wurde  die  vorher  angenommene  bloße  Oerterung
  am  13.  Novbr.  1382  in  eine  foͤrmliche  Landertheilung  1382
verwandelt,  und  behauptete  sonach  nunmehr  Wilhelm  Mei-Hen,
  Balthasar  Thüringen,  während  Friedrich's  des  Strengen
Söhne  Osterland  und  Landsberg  erhielten.  Freiberg  sammt
den  Bergwerken  blieb  jedoch  gemeinschaftlicher  Besitz.  Seitdem
  sind  die  Wettinischen  Länder  nie  wieder  unter  dem
Scepter  eines  einzigen  Fürsten  vereinigt  gewesen.

Bei  seines  Vaters  Tode,  war  Friedrich  der  Streitbare
kaum  zwolf  Jahre  alt,  daher  er,  so  wie  seine  beiden  Brüder,
der  ausdrücklichen  Verordnung  Friedrich  des  Strengen  gemäß,
noch  einige  Zeit  unter  der  Vormundschaft  seiner  Mutter,
Katharina  von  Henneberg  stand.  Diese  Vormundschaft
währte  bis  zum  Jahre  1397,  wo  Katharina  starb.  Ohnge=  1391
achtet  ihrer  rühmlichen  Fürsorge  und  des  dringenden  Versprechens,
  welches  der  sterbende  Vater  seinen  Söhnen  abgenommen
  hatte,  der  Mutter  Willen  in  Allem  zu  ehren,  hatten
dieselben  doch  nicht  immer  nach  ihrem  Willen  gefragt,  wie
dies  z.  B.  bei  der  Erbtheilung  der  Meißnisch=  thüringischen