Friedrich  der  Streitbare.  89

diese  lenkte  sich  auf  den  bisherigen  Domprobst  Heinrich  von
Stollberg.  Dagegen  wollte  Pabst  Urban,  auf  Empfehlung
des  Königs  Wenzels  und  wahrscheinlich  auch  des  deutschen
Kaisers  Carls  IV.,  einem  unstudirten  böhmischen  Hofmann,
Andreas  von  Duba,  dieses  Bisthum  zuwenden.  Heinrich
von  Stollberg  war  ein  kühner,  unternehmender  Mann,  hatte
auch  an  den  Grafen  von  Stollberg,  Hohenstein  und  Mansfeld
  und  andern  Herren  gute  Verbündete.  Da  nun  sein
Gegner  fortwährende  räuberische  Einfalle  in  das  Stift  anzettelte,
  drang  er  einstmals  (1386)  unversehends  in  das,  dem
Duba  von  Carl  IV.  angewiesene  Eilenburg  ein,  und  plünderte
  und  verbrannte  die  Stadt  bis  auf  den  Grund.  Wahrscheinlich
  war  Friedrich  der  Streitbare  schon  damals  thätig,
indem  er  sich  auf  die  Seite  des  Kaisers  schlug,  und  es
muthmaßlich  zu  cinem  Vergleiche  brachte.  —  Einige  Reichsstädte
  in  Franken,  hatten  mit  andern  am  Rhein,  in  Schwaben
  und  in  Baiern  ein  Schutz=  und  Trutzbündniß  gegen  die
Gewalt  der  Fürsten  geschlossen,  und  eine  jede  dieser  Städte
suchte  die  Gebiete  der  benachbarten  Herren  mit  Feuer  und
Schwert  heim.  Burggraf  Friedrich  zu  Nürnberg  nahm  an
diesen  Fehden  eine  so  lebhaftes  Aergerniß,  daß  er  sich  mit
den  Bischöfen  zu  Würzburg  und  Bamberg  und  ausserdem
noch  mit  dem  Landgrafen  Balthasar  von  Thüringen  und  dessen
Bruder  Wilhelm  verbündete,  um  Windsheim,  Rotenburg
und  Nurnberg  sehr  nachdrücklich  anzugreifen.  Im  Namen
der  meißnischen  Fürsten  mußte  daher  Friedrich  der  Streitbare
  mit  200  Lanzenträgern  zu  den  Truppen  des  Burggrafen
stoßen,  worauf  sie  gemeinschaftlich  die  Städte  angriffen  und
dieselben  in  die  Enge  trieben.  Im  nämlichen  Jahre  nöthigten
auch  Friedrich  und  Wilhelm  den  Veit  von  Schônburg  zu
Glaucha  mit  gewaffneter  Hand,  seine  Verbindlichkeiten  und
Schulden  abzuthun,  da  er  sich  dessen  geweigert  hatte.  Von
Friedrich's  Zuge,  den  er,  in  Gemeinschaft  mit  dem  deutschen
Bunde  gegen  die  Preußen  vollführte,  ist  wenig  Kenntniß  zu
uns  gelangt.  —  Der  König  Wenzel  von  Böhmen,  dessen
Beinamen:  der  Unartige,  der  Faule  u.  s.  w.  wohl  gar  zu
sehr  einer  runden  Summe  gleichsehen  und  von  der  mit  ihm

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