Friedrich  der  Streitbare.  90

Waffen  beizubringen  beftissen  gewesen  waren.  Allein  man
konnte  auch  diesmal  mit  seinen  Berathungen  nicht  in's  Klare
kommen  und  schied  aus  einander,  ohne  einen  Entschluß  gefaßt
  zu  haben,  den  man  vielmehr  auf  eine  neue,  nach  Heidelberg
  anberaumte  Zusammenkunft  vertagte.  —

Friedrich  der  Streitbare  war  glücklich  genug,  das  Resultat
  dieser  deutschen  Berathungen  nicht  mit  ansehen  zu  dürsen.
  Am  5.  Januar  1428  senkte  er  das  lorbeerreiche  Haupt
und  ging  heim  zu  seinen  Vatern.  Er  ward  in  der  von
ihm  errichteten  Fürstenkapelle  zu  Meißen  begraben.  Das
noch  daselbst  befindliche  Monument  ward  jedoch  erst  in  spätern
  Zeiten  errichtet;  denn  Friedrich  selbst  hatte  —  in  der
Besorgniß,  daß  die  Hussiten,  welche  so  oft  und  so  schwer
die  Stärke  seines  Armes  empfunden  hatten,  in  die  Meißner
Gegend  vorrücken  und  ihrem  Haße  durch  Frevel  an  seinen
Gebeinen  Lust  machen  koͤnnten  —  befohlen,  den  Ort,
wo  er  begraben  liege,  bis  auf  ruhigere  Zeiten  geheim  zu
halten.  Von  seiner  Gemahlin  Katharina  von  Braunschweig,
binterließ  er  vier  Soͤhne,  Friedrich  den  Sanftmäthigen,
Siegmund,  Heinrich  und  Wilhelm  III.,  nebst  zwei  Tochtern.


Swar  scheint  Friedrich  mehr  Muth  und  kriegerische  Lust,
als  wirkliches  Feldherrntalenk  besessen  zu  haben,  dennech
wurde  er  in  seinen  kriegerischen  Unternehmungen  von  bedeutend
  glücklicheren  Erfolgen  gekrdnt  worden  seyn,  wenn  nicht
die  Unentschlossenheit  und  der  Wankelmuth  der  übrigen  deutschen
  Fursten  ihn  unverschuldet  zu  Nachtheil  und  Verlusft
gebracht  hätte,  und  zwar  um  so  mehr,  je  lieber  er  der  letzte
auf  dem  Kampfplatze  war.  Allein  unter  diesen  Umständen
brachte  seine  Kriegslust  ihn  zu  Ruhm,  und  seine  Laänder  und
Unterthanen  zu  Schaden.  Er  hatte  den  Groll  der  schwergereizten
  Hussiten,  durch  seine  ihnen  entgegengesetzte  feindselige
Kraft  furchtbar  rege  gemacht,  und  ihre  Verwüstungen  zerfleischten
  sein  Land  noch  dann,  als  er  schon  lange  den  Schlummer
  des  Todes  schlief.  Das  neue  gelduterte  Glaubenslicht
der  Reformation,  welches  freilich  nur  erst  in  den  Kämpfen
der  Hussiten  als  greller  Nordschein  aufloderte,  hatte  er  nicht

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