Erust  und  Albert.  113

gan,  dessen  Besitzer  Johann  II.  —  von  seinem  ausschweifenden
  Leben  der  Wilde  benannt  —  so  uͤbel  gewirthschaftet,
besonders  aber  durch  kostspielige  Versuche  in  der  noch  unerfunden
  gebliebenen  Goldmacherei  sich  dergestalt  in  Schulden
gesteckt  hatte,  daß  er  sein  Land  nicht  länger  behaupten  konnte,
sondern  es  1472  um  50,000  ungarische  Goldgulden  an  Ernst
und  Albert  verkaufte.  Vielleicht  Johann's  erstes  alchymistisches
Resultat,  Land  in  Gold  zu  verwandeln.  Gleichwohl  ließ  sich
der  politische  Chemiker  den  Handel  bald  reuen.  Er  verlangte
  —  vielleicht  wiederum  auf  einen  alchymistischen  Satz  gestützt,
  kraft  dessen  man  nicht  nur  Land  in  Gold,  sondern
auch  Gold  wieder  in  Land  verwandeln  könne  —  sein  Land
zurück,  beschuldigte  Ernst  und  Albrecht  trügerischen  Handels
und  drohte  ihr  Besitzthum  mit  Feuer  und  Schwert  anzugreifen.
  Durch  Herzog  Wilhelm  ward  die  unangenehme  Frrung
noch  verglichen  und  Sagan  blieb  bei  Sachsen,  bis  es  spater
(1549)  der  Churfürst  Moritz  gegen  andere  Besltzungen  verkaufte.
  Fünf  Jahre  spater  brachten  Ernst  und  Albert  die
Biberstein'schen  Herrschaften  Sorau,  Beeskow  und  Storkow
für  60,000  rheinische  Gulden  wiederkäuflich  an  sich,  welche
in  spaterer  Seit  (1510)  wieder  eingelöset  wurden.  Das
Geld  zu  diesen  wichtigen  Einkäufen  wurde  durch  den  Ertrag
der  neuen  Silbergänge  in  den  Schneeberger  Bergwerken  herbeigeschafft.
  Die  Ausbeute  derselben  wird  in  ältern  Quellen
bis  ins  fabelhafte  prahlerisch  angegeben;  doch  muß  sie,  abgesehen
  von  den  bedeutenden  Einkäufen  der  beiden  Fürsten,
auch  aus  dem  Grunde  bedeutend  gewesen  seyn,  weil  Herzog
Albrecht  in  der  Grube  zur  St.  Georgen  Zech,  mit  zehn  seinee
Hofleute  an  einer  Tafel  speisen  konnte,  die  aus  gediegenem
Silber  gehauen  war.

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Durch  den  147/1  erfolgten  Tod  des  Königs  Georg  Po=  1171

diebrad  von  Böhmen,  Alberts  Schwiegervater,  erö#ffneten  sich

diesem  sogar  Aussichten  auf  den  behmischen  Thron,  welche

er,  bei  seinem  feurigen  Geiste,  zu  verfolgen  ziemlich  geneigt

war  Doch  fand  er  seinen  Mitbewerber,  den  polnischen  Prinzen

  Wladislav,  so  tüchtig  gerüstet,  daß  er  Ursach  hatte,  sich

eiligst  wieder  aus  Böhmen  fortzumachen.  Dagegen  leisieten
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