158  Johann  der  Bestaͤndige.

(1525)  das  Schloß  Jessen,  nebst  1000  Gulden  jahrlichen
Einkommens.  Nicht  minder  bedachte  er  darin  seine  Diener
sehr  großmüthig,  wie  sein  Hofprediger  Spalatin  dankbar
erwähnt.

Es  gehdrte  zu  den  glücklichsten  Wahlen  des  waltenden
Schicksals,  daß  es  dem  besonnenen,  weise  vermittelnden
Friedrich  —  der  so  ganz  geschaffen  war,  die  entstehende
Reformation  zu  vertreten  —  den  feurigen,  sinnesfesten  Johann
  folgen  ließ,  der  wiederum  ganz  der  Mann  war,  der
mittlerweile  schon  zu  einer  gewissen  Selbstständigkeit  gediehenen
  Reformation  —  welche  jetzt  mehr  eines  kräftigen  Vertheidigers,
  als,  wie  früher,  eines  Beschützers  bedurfte  —  in
ihrem  Fortgange  zu  befördern  und  zu  stüßen.  Johann
hatie,  neben  der  Liebe  zu  Künsten  und  Wissenschaften,  ssch
auch  frühzeitig  im  Dienste  des  Kriegs  versucht  und  war
dem  ritterlichen  Maximilian  I.  auf  verschiedenen  Kriegszügen
  gefolgt,  wo  er  sich  zuerst  im  Kriege  gegen  die  Ungarn
rühmlichst  auszeichnete  und  Einer  der  Ersten  die  Mauern
von  Stulweißenburg  erstieg.  Auch  an  dem  Zuge  gegen  die
aufrührischen  Bauern  hatteer  Theilgenommen.  Hatte  Friedrich,
obgleich  innerlich  für  die  Wahrheiten  der  Reformation  erglähend,
  dieselbe  vor  der  Welt  doch  gleichsam  nur  bingehen
lassen,  so  erklärte  sich  Johann  sogleich,  mit  aller  Offenheit
und  ohne  alle  Räcksicht,  für  dieselbe,  in  weichen  Grundsätzen
sich  sein  Sohn  Johann  Friedrich  auf  das  innigste  an  ihn
anschloß.  Zu  ihnen  gesellte  sich,  mit  gleicher  Begeisterung
für  die  Sache,  der  biedere  Landgraf  Philipp  von  Hessen,
ein  treuer  Kämpfer  im  Dienste  des  Glaubens  und  der  Ueberzeugung.
  Gemeinschaftlich  wurden  sie  bald  darauf  in  die
sogenannten  „Packischen  Händel“  hineingezogen,  welche  zu
großen  Gährungen  Anlaß  gaben.  Otto  von  Pack,  aus  einer
  angesehenen  Meißnischen  Familie,  und  mit  hinlänglichen
Kenntnissen  ausgerästet,  ward  frühzeitig  in  der  Kanzelei
Herzog  Georgs  angestellt,  wo  er,  durch  Fleiß  und  Treuc,
bald  zum  Vicekanzler  stieg,  dann  aber  sich  von  dem  herzoglichen
  Hofe  beleidigt  glaubte  und  in  die  Dienste  des  Landgrasen
  Philipp  von  Hessen  trat,  welchem  er  im  Februar