180  Charakter  Johann's  des  Beständigen.

gung  der  Bauern-Unruhen,  gegen  welche  Johann  persoͤnlich
zu  Felde  gezogen  war,  trachtete  er  mit  allem  Ernste,  den
blutig  errungenen  innern  Frieden  zu  befestigen  und  zu  erhalten.
  Die  noch  erregte  Zeit  machte  strenge  Maßregeln
ndthig,  wie  uns  denn  von  ihm  gemeldet  wird:)  „seinen
Vuterthanen  ließ  er  alle  Wehr,  als  Harnisch,  Buchssen,
Spieß,  Helleparten,  und  drgl.  mehr  nemen,  also,  daß  keiner
bey  Verlierung  Leibs  und  Guts  in  seiner  Behausung  mehr
nicht,  denn  eine  Art  und  Beihl,  ond  so  er  uber  Feld  wanderte,
  ein  weis  Steblin  eines  Daumens  dick,  ond  ein  Brodmesser
  one  eine  Spitzen  haben  durffte.  Vud  wo  einer,  als
ein  Verächter  dieses  Verbots  angetroffen  wardt,  den  hat  ein
seder,  der  sein  Herr,  und  mechtig  seyn  köndte,  ohn  alle  straffe
macht  zu  entleiben  ond  umzubringen  gehabt.““  Bei  alledem
war  Johann  mild  und  verzeihend,  so  daß  er  nur  schwer  an
die  Unterzeichnung  eines  Todesurtheils  ging  und  sich,  rücksichtlich
  des  Delinquenten,  gern  mit  der  Hoffnung  tröstete:
„Ei,  er  wird  wohl  noch  fromm  werden.“  Um  die  Rechtspflege
  und  Gerichtsordnung  erwarb  sich  Johann  in  seinen
Landen  bedeutende  Verdienste,  er  gründete  im  Jahre  1529
ein  neues  Hofgericht  zu  Wittenberg  und  richtete  auf  Verbesserung
  des  Münzwesens  und  der  Polizeipflege  sein  besonderes
  Augenmerk.  Mit  dem  Herzog  Georg  von  Sachsen  war
er,  nicht  nur  als  religibse  Gegenpartei,  sondern  auch  wegen
der  Bergwerke,  Münzen,  Straßen  und  einer  gemeinschaftlichen
  Lehen,  längere  Zeit  in  Irrungen  und  Mißhelligkeiten
verwickelt,  bis  am  17.  Juli  1531  durch  die  von  beiden  Seiten
  erwählten  zwei  und  dreißig  Schiederichter,  der  sogenannte
  Grimmaische  Machtspruch  zu  Stande  kam,  wodurch
beide  Theile  sich  verglichen  und  aussöhnten,  worüber  die  Unterthanen
  beider  Herren  so  viele  Freude  empfanden,  daß  man
die  Glocken  läutete  und  Freudenfeuer  anzündete.  In  Folge
dieser  Aussöhnung  untersagte  der  Churförst  Luther'n  brieflich,
ferner  so  scharf  gegen  den  Herzog  Georg  zu  schreiben.  Seine

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*)  W.  Kraussius:  Vom  Ursprunge  des  Hauses  zu  Sachsen.