22  Albrecht  der  Beherzte.

fern  Arm,  sondern,  was  Ersterem  beinahe  noch  mehr  galt,
auch  einen  großmüthigen  Verleger  fand,  nicht  besser  zu  hel-1187
  sen,  als  daß  er  dem  Herzog  Albrecht  das  Hauptcommando
über  die  Truppen  ertheilte.  Diese  Auszeichnung  war  keinesweges
  dankbar.  Dem  Kaiser  fehlte  es  an  Truppen,  wie
am  Gelde,  und  bei  diesem  doppelten  Mangel  war  es  für
Albrecht  eine  mißliche  Sache,  es  mit  den  wohlgerüsteten
Ungarn  und  ihrem  Heldenkdnige  aufzunehmen,  der  gleichwohl
  ihm  das  Zeugniß  gegeben  haben  soll  daß  er  sich  vor
Albrecht  mehr  scheue,  als  vor  der  ganzen  österreichischen
Macht.  Der  Mangel  an  Geld  und  Truppen  nothigte  Albrecht,
  obgleich  er  in  einigen  kleinern  Gefechten  den  Ungarn
siegreich  begegnet  war,  doch  bald  einen  Waffenstillstand  anzunehmen,
  in  welchem,  um  nicht  endlich  ganz  Oesterreich  an
sie  zu  verlieren,  den  Ungarn  für  die  von  ihnen  gemachten
Entschädigungs  =  Forderungen,  bis  auf  weitere  Verfuͤ—
gung,  die  von  ihnen  gemachten  Eroberungen  einstweilen  pfandweise
  überlassen  wurden.  Der  Kaiser  Friedrich,  obschon  er
auch  so  ganz  und  gar  nichts  zu  seinem  eignen  Schub  gethan
  hatte,  war  dennoch  wegen  dieses  unvermeidlichen  Stillstandes
  heftig  erbittert  auf  Albrecht  und  ließ  ihn  auf  dem
Reichstage  zu  Nürnberg,  wohin  dieser  gekommen  war,  um
seine  auf  52,000  Gulden  berechneten  Kosten  zu  liquidiren,
nicht  einmal  vor  sich.  Die  Scheu  vor  der  Ligquidation
mochte  den  zähen  Kaiser  wohl  noch  mehr  dazu  veranlassen,
als  sein  Unwille  gegen  den  heldenmüthigen  Sachsen.  Er
that  jedoch  wohl,  seinen  Zorn,  christlicher  Weise  gemäß,  nicht
zu  lange  währen  zu  lassen,  weil  er  Albrecht  sehr  schnell  wieder
  brauchte.  Die  Flanderer,  welche  mit  dem  Hause  Oesterreich
  in  heftige  Fehde  gerathen  waren,  hatten  des  Kaisers
  Sohn,  Maximilian,  gefangen  genommen  und  machten
sogar  Miene,  ihn  seinem  groößten  Feinde,  dem  Könige  Carl
VIII.  von  Frankreich  auszuliefern.  Ihn  zu  befreien,  sollte
Albrecht  sogleich  mit  einem  bedeutenden  Heere  nach  den
Niederlanden  aufbrechen,  der  auch,  aus  wunderlicher  Anhänglichkeit
  an  den  Kaiser,  damit  nicht  säumte,  bei  seiner  Ankunft
  in  Mecheln  jedoch  Maximilian  schon  frei  fand.  Aus