1196

1500

214  Albrecht  der  Behenze.

die  erst  daran  gewendeten  Opfer  und  Mühen  einige  Entschaͤ-digung
  zu  finden.  Auch  mochte  man  dem  Herzog  Albrecht
zugeslüstert  haben,  der  Kaiser  trage  ihm  absichtlich  eine
Würde  an,  welche  eine  fortwährende  Aufbictung  seiner  kriegerischen
  Kräfte  nöthig  mache,  um  die  von  ihm  gefürchtete
  Macht  des  Hauses  Sachsen,  wenn  auch  nicht  zu  schwachen,
  weniastens  anderweit  zu  beschäftigen.  Diese  Gründe
bewogen  Albrecht,  diesmal  nicht  so  schnell  zuzugreifen.  Indessen
  ließ  er  sich  doch  zuletzt  noch  willig  finden  und  übernahm
  die  friesische  Statthalterwürde.  Auch  war  er  so  glücklich,
  durch  Hilfe  des  Grafen  von  Ostfriesland,  die  widerstrebenden
  Friesen  zur  Ruhe  zu  verweisen,  setzte  seinen  zweiten
Sobn  Heinrich  als  Virestatthalter  ein  und  begab  sich  nach
Sachsen  zurück,  wohin  ihn  ein  beabsichtigter  Landtag  rief.
Doch  war  Albrecht  noch  nicht  lange  aus  Friesland  fort,  als
ihn  die  Nachricht  ereilte,  daß  die  Friesen  einen  neuen  sehr
ernsthaften  Aufstand  veranlaßt  hätten,  daß  sie  sogar  den
Vicestatthalter  Heinrich  —  welcher  ihnen  Steuern  abgefordert
  und  eine  Burg  zu  Harlingen  erbaut  hakte  —  in  Franeker
  belagerten  und  Willens  wären,  denselben,  sobald  sie
ihn  in  ihre  Gewalt  bekämen,  nebst  den  Seinigen  an  Ketten
aufzuhängen.  Diese  Nachricht  erschreckte  Albrecht  sehr,  denn
er  mußte  erst  in  Sachsen  rüsten.  Als  er  im  Juni  1500  in
Friesland  ankam,  fand  er  schon  mchrere  seiner  Freunde  zu
Heinrichs  Schutze  herbeigekommen,  und  diese  hatten  den
Friesen  schon  mehrere  Niederlagen  beigebracht.  Albrecht'e
Hinzukunft  entschied  den  Sieg,  Franeker  wurde  entsetzt  und
der  hartbedrängte,  einem  so  schmählichen  Tode  bestimmte
Heinrich  glücklich  seiner  gefahrvollen  Lage  entrissen.  Den
Empdrern  bekam  ihr  Anschlag  sehr  übel;  man  nahm  ihnen
auch  die  bercits  von  ihnen  herbeigebrachte  Kette  ab,  an
welcher  sie  den  Vicestatthalter  aufzuhängen  gedachten.  Minder
  gut  gelang  es  Albrecht  mit  der  unternommenen  Belagerung
  von  Gröningen.  Es  fehlte  ihm  an  Gelde,  seine  Truppen
  zu  besolden,  und  diese  wurden  darüber  so  gegen  ihn
erbittert,  daß  sie  nicht  übel  Lust  bezeigten,  ihn  den  Gröningern
  auszuliefern,  die  vielleicht,  trotz  der  Wegnahme  der