246  Moritz  und  die  Reformation.

dung,  welche  Moritz  von  Seiten  Frankreichs  erhielt,  wies
er  zuruͤck.  Er  hatte  Ursache,  die  Gefahr  mehr  in  der  Naͤhe
aufzusuchen,  denn  er  konnte  nicht  einmal  wissen,  mit  welchen
  Gesinnungen  gegen  ihn  Johann  Friedrich,  der  seit  dem

1552  28.  August  (1552)  seiner  Haft  entledigt  war,  zurückkehre.
Vor  Allem  aber  hatte  er  daran  zu  denken,  sich  gegen  seinen
vorherigen  Bundesgenossen,  den  Markgrafen  Albrecht,  schlagfertig
  zu  halten,  welcher  seine  kühnen  Raubzüge  noch  immer
fortsetzte  und,  aus  dem  Süden  Deutschlands  umlenkend,  im
drohenden  Anmarsch  auf  Norddeutschland  und  auf  Sachsen
begriffen  war.  Daher  verband  sich  Moritz  mit  dem  Konig
Ferdinand,  dem  Herzog  Heinrich  von  Braunschweig,  mit  der
Reichsstadt  Nürnberg  und  den  Bischöfen  von  Bamberg  und
Würzburg  gegen  den  Markgrafen  Albrecht.  Bei  dem  Dorfe
Sievershausen  im  Lüneburgischen,  stießen  die  Heere  auf

1553  einander  und  es  kam  am  9.  Juli  1553  zu  einem  blutigen
Treffen,  in  welchem,  nach  hartnäckigem  Widerstande  und  längerem
  Schwanken  der  Entscheidung,  Albrecht  eine  gänzliche
Niederlage  erlitt.  Moritz  aber  erhielt  rücklings  einen  Schuß,
von  welchem  er  nicht  wieder  genesen  sollte.  Ohngeachtet
der  tödtlichen  Verwundung,  hatte  er  noch  Geistesstörke  genug,
um  Befehle  zur  Verfolgung  des  Feindes  zu  geben,  einen
Bericht  über  die  Schlacht  aufzusetzen  und  sein  Testament
niederschreiben  zu  lassen.  Zwei  Tage  darauf  (11.  Juli.)
starb  der  junge,  muthige  Held  im  33.  Jahre  seines  Alters,
an  seiner  Wunde  und  fand  in  Freiberg  neben  seinem  Vater
die  lange  Ruhestätte  nach  einem  kurzen,  aber  rastlos  bewegten
  Daseyn.  Nebst  ihm  fanden  die  beiden  Söhne  des  Herzogs
  von  Braunschweig,  Philipp  Magnus  und  Carl  Victor,
in  der  Schlacht  von  Sievershausen  den  Tod.

Moritz  hinterließ  von  seiner,  ihn  überlebenden  Gattin
Agnes,  der  Tochter  des  merkwürdigen  Philipps  von  Hessen,
nur  eine  Tochter  Anna,  welche  spater  die  Gattin  des  in  der
Niederländischen  Geschichte  gefeierten  Prinzen  Wilhelm  von
Oranien  wurde.  Ein  Sohn,  Albrecht,  war,  noch  als  Kind,
ihm  im  Tode  schon  vorangegangen;  daher  sein  Ländererbe