Johann  Friedrich's  Tod.  249

me  von  100,000  Gulden  beilegte.  So  war  nach  dem  schweren
  Verluste  wenigstens  Einiges  wiedergewonnen,  und  dem
übriggebliebenen  Ernestinischen  Länderbestande  eine  gewisse
Abgeschlossenheit  und  Selbstständigkeit  gesichert,  die  mit  einer
  freundlicheren  Zukunft  für  sein  Land  und  seine  Nachkommen,
  Johann  Friedrich's  brechenden  Blick  verklärte.  Der
schwergeprüfte  Fürst  legte  wenige  Tage  nach  diesem  Vergleiche
  das  lebensmüde  Haupt  zum  Schlummer  nieder;  der
Tod  fand  ihn  am  3.  März  1554  zu  Weimar,  nachdem  er
in  einem  funßzigjährigen  Leben  die  wunderbarsten  Wechsel
des  Schicksals  und  der  Zeit  erfahren  hatte.  Sein  treues
und  tugendhaftes  Weib  war  um  nicht  mehr  als  eilf  Tage
früher  gestorben  und  erleichterte  dem  kranken  Fürsten  den
Ausgang  aus  einer  Welt,  die  ihm  schweren  Kummer  bereitet
  hatte,  aber  dankbar  seinen  Namen  im  Angedenken  behielt.
  Die  Achtung  Aller  folgte  ihm  in's  Grab.  Er  hatte
nicht  mit  dem  Glanze  und  dem  Glücke  eines  Moritz,  wohl
aber  mit  unerreichter,  frommer  Treue  für  seinen  Glauben
gekämpft  und  ihn  selbst  fallend  festgehalten,  so  daß  der  stolze
Sieger,  der  ihn  niederwarf,  vergebens  sich  mühte,  ihm  auch
dieses  Kleinod  zu  entringen.  Sein  Herz  überwog  allerdings.
seinen  Geist  und  ließ  ihn,  da  er  am  meisten  mit  jenem  kämpfte,
unterliegen;  aber  sein  ungebeugter  Muth,  sein  durch  unerschütterliche
  Treue  und  Redlichkeit  geheiligtes  Unglück  weisen
ihm  dennoch  einen  Platz  unter  den  ersten  Fürsten  Sachsens
an,  wenn  man  auch  zugeben  muß,  daß  er  als  Mensch  grsßer
  war,  denn  als  Fürst.  Sein  Andenken  umleuchtet  nicht
der  Glanz  der  Thaten,  insofern  dieselben  am  liebsten  nur
nach  dem  Gelingen  angeschlagen  zu  werden  pflegen,  wohl
aber  die  Heiligkeit  des  Mißgeschicks,  und  der  Genius  der
sasischen  Geschichte  mag  auf  das  Monument  eines  Johann
Friedrich  schreiben:  „er  ging  ein  zu  seines  Herrn  Freude.“
Er  ward  in  der  Stadtkirche  zu  Weimar,  neben  seiner  Gemahlin
  Sibylle  von  Cleve  beigesetzt,  von  welcher  er  drei
Söhne  hinterließ:  Johann  Friedrich  den  Mittlern,  Johann
Wilhelm  und  Johann  Friedrich  den  Jüngern,  die,  zufolge