278  Friedrich  Wilhelm,  als  Administrator.

starb.  Ausser  ihnen  hinterließ  Christian  von  derselben  Gemahlin
  noch  zwei  Tochter,  Sophia,  spater  die  Gemahlin  des
Herzogs  Franz  von  Pommern,  und  Dorothea,  welche  Aebtissin
  von  Quedlinburg  wurde  und  als  solche  starb.

Die  Vormumschaft  über  die  minderjährigen  Soͤhne  Christian's
  I.  gebuhrte  nach  den  Gesetzen  der  Verwandischaft,
dem  Herzoge  Friedrich  Wilhelm  von  Weimar.  Aber  da
zwischen  den  beiden  sächsischen  Linien,  noch  von  der  Wittenberger
  Capitulation  her,  ein  heimlicher  Haß  bestand,  der  durch
August's  Verfahren  gegen  den  ungläcklichen  Johann  Friedrich
  II.  neue  Nahrung  bekommen,  so  hatte  Christian  sich
entschlossen,  die  Administration  über  seine  Sehne  und  sein
Land,  nicht  dem  Herzoge  von  Weimar  allein  zu  überlassen,
sondern  durch  Testamentsbestimmung  ihm  seinen  Schwiegervater,
  den  Churfürsten  Georg  von  Brandenburg,  als  Mitvormund
  an  die  Seite  zu  stellen.  Da  jedoch  der  Churfürst
von  Brandenburg  das  nähere  Recht  des  Herzogs  Friedrich
Wilhelm  von  Weimar  zum  Vormund  einsah,  so  trat  er
zurück,  jedoch  mit  dem  Vorbehalte,  daß  man  in  wichtigen
Angelegenheiten  ihn  um  Rath  zu  fragen  habe.  Der  Weimarische
  Hof  war  von  jeher  der  Sitz  des  strengen  Lutherthumes
  gewesen  und  es  ließ  sich  daher  voraussehen,  daß
Friedrich  Withelm  sich  vor  Allem  beeilen  werde,  die  Fortschritte
  des  Krypcocalvinismus  zu  hemmen,  ja  ihn  sogar  mit
Güte  oder  Gewalt  auszurotten.  Diese  Maßregel  —  welche
die  Calvinlsten  mit  Furcht,  die  Evangelischen,  die  nunmehr
den  Teufel  wieder  frei  aus  den  Taduflingen  heraustreiben  zu
dürfen  hofften,  mit  Frcude  und  Sehnsucht  erwarteten  —
blieb  auch  wirklich  nicht  aus,  denn  sogleich  nach  Christian'se
Tode,  ndmlich  schon  am  23.  October  (1591)  wurde  Crell
nebst  zwei  Serretalren  verhaftet;  ein  gleiches  Schicksal  erfuhren
  bald  darauf  die  in  sein  Denken  und  Wirken  cingeweihten
  Theologen,  Salmuth,  Steinbach,  Pierius  und  Gundermann.
  Doch  war  der  Gewaltschritt  der  Verbafeung
schneller  bewerkstelligt,  als  ein  Anklagepunct  gefunden;  denn
Crell  konnte  sich,  was  die  in  Religionssachen  vorgenommenen
  Neuerungen  anlangte,  auf  die  Unterschrift  und  Bestali=