Johann  Georg  I.  30“

mern,  der  Churfürst  von  Brandenburg,  die  Städte  Luͤbeck,
Hamburg,  Bremen,  Braunschweig,  Erfurt,  Frankfurt  am
Main  u.  A.  diesem  Vertrage  bei.  Hessen  -Cafsel  allein  gab
sein  bestehendes  Bündniß  mit  Schweden  nicht  auf.

Die  Stellung  des  Churfürsten  Lon  Sachsen  in  Räcksicht
auf  Schweden  war,  nach  dem  Prager  Friedensschlusse  und
nach  seiner  Aussbhnung  mit  dem  Kaiser,  von  der  Art,  daß
es  von  der  biöherigen  Bundesgenossenschaft  sehr  bald  zu
Feindseligkeiten  kommen  mußte.  Am  6.  October  1635  erklärte
  er  den  förmlichen  Krieg  gegen  Schweden.  Doch  zeigte
der  Erfolg  nicht  eben,  daß  er  durch  das  neue  Bündnitz  mit
dem  Kaiser  das  Glück  an  seine  Fersen  gefesselt  habe,  vielmehr
  wollte  ihm  nichts  so  recht  gelingen,  während  die  Schweden
  dagegen  mit  dem  Verluste  des  wankelmüthigen  Bundesgenossen
  sich  das  Glück  zurückerkauft  zu  haben  schienen
und  ihren  Waffen  sich  eine  neue  ruhmvolle  Bahn  erdffnete.
Gleich  der  Beginn  des  Krieges  war  für  Sachsen  unglücklich,
denn  bei  Ddmitz  wurden  sie  unter  Baudis  —  dem  Nachfolger
  Arnheim's,  welcher,  aus  Unzufriedenheit  mit  dem  Prager
  Frieden,  dem  Churfürsten  den  Dienst  aufgesagt  hatte  —
am  22.  October  von  den  schwedischen  General  Rudwen,  mit
Verlust  von  4000  Mann  geschlagen.  Ein  ähnlicher  Schlag
folgte  diesem  Verluste  nur  zu  schnell.  Acht  sächsische  Regimenter,
  welche,  unter  Vitzthum,  bei  Ruppin  zu  den  Oesterreichern
  stoßen  sollten,  wurden  am  7.  October  durch  den  schwedischen
  Feldmarschall  Banner  aufgerieben.  Durch  diesen  Unglücksfall
  ward  den  Schweden  der  Weg  nach  Sachsen  gedffnet,
  das  bedauernswürdige  Land  mußte  fürchterlich  für  die  Treulosigkeit
  seines  wankelmüthigen  Fürsten  büßen,  denn  die  Schweden,
  voll  Erbitterung  gegen  den  Abfall  der  ehemaligen  Bundeögenossen,
  haus'ten  unmenschlich  und  Mord,  Plünderung
und  Verstümmlung  nebst  den  Verheerungen  der  Flamme
bezeichneten  die  Straße,  welche  sie  zogen.  Sie  verwösteten
Alles  mit  so  unberechneter  Verheerungssucht,  daß  sie  sich
dadurch  selbst  die  Mittel  raubten,  um  bestehen  zu  können
und  sich  daher  an  die  Bode  zurückzogen.  Dies  machte  es  zwar
dem  Churfürsten  moglich,  sich  bei  Eisleben  mit  dem  dsterei-20*



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