Johann  Georg  III.  333

dem  gesammten  dͤsterreichischen  Hause,  ja  selbst  Spanien,
ferner  der  Koͤnig  von  Schweden,  der  Churfuͤrst  von  Baiern,
der  bairische,  der  fraͤnkische  und  oberrheinische  Kreis  und  das
ganze  fuͤrstliche  Haus  Sachsen  beitraten.  Wie  wenig  Frankreich
  von  einem  deutschen  Bundnisse  zu  halten  geneigt  war,
zeigte  die  darauf  geprägte  Spottmünze,  welche  die  schmeichelhafte
  Umschrift:  „Parturiunt  montes“  etc.  trug.  Seltsam
  genug  trat  Johann  Georg  nicht  diesem  Augsburger
Bunde  bei.  Vielleicht  hielt  er  es  für  ehrenvoller,  aus  freier
Willkühr,  als  aus  Bundespflicht  für  das  deutsche  Vaterland
zu  kämpfen.  Wenigstens  ließ  er,  wo  es  für  die  allgemeine
Sache  zu  handeln  galt,  keinen  Augenblick  auf  sich  warten.
Denn  als,  nach  der  Kriegserklärung  gegen  das  deutsche
Reich,  Ludwig  XIV.  im  October  1688  ein  starkes  französisches
  Heer  in  die  Rheinlaänder  einfallen  ließ,  eilte  Johann
Georg  schon  im  September  mit  14,000  Mann  herbei,  um
vor  der  Hand  wenigstens  die  Gränzen  von  Franken  zu  decken.
Die  Saumseligkeit  der  deutschen  Rüstungen  ließ  leider  den
franzôsischen  Mordbrennerschaaren,  welche  der  finstere  Louvois
gegen  Deutschland  trieb,  Zeit,  die  unglückliche  Pfalz  auf
das  schmählichsie  zu  verwüsten.  Erst  im  folgenden  Jahre  —
nachdem  der  muthige  Sachse  allein  im  Felde  gestanden  —
bildete  sich  das  große  deutsche  Heer,  von  60,000  Mann  am
Rheine.  Der  Herzog  von  Lothringen,  welcher  den  Oberbefehl
  über  dasselbe  hatte,  hielt  mit  dem  Churfürsten  von
Sachsen,  der,  nach  kurzer  Heimkehr,  sich  mit  dessen  Heereömacht
  vereinigte,  wie  auch  mit  dem  Churfärsten  von
Baiern  und  dem  Landgrafen  von  Hessen,  einen  Kriegsrath,
in  welchem  die  Belagerung  von  Mainz  beschlossen  wurde.
Bei  dieser  Belagerung  kam  Johann  Georg  mehrere  Male
in  Lebensgefahr;  seinen  Vetter,  den  Herzog  Christian  von
Weißenfels,  der  ihm  vor  Mainz  gefolgt,  ereilte  eine  tddtende
Kugel.  Nach  acht  Wochen  ging  Mainz  durch  Capitulatioh
über.  Johann  Georg's  wankende  Gesundheit  nöthigte  ihn,
bald  darauf  nach  Sachsen  zurückzukehren.  Dennoch  begab
er  sich  im  Mai  des  folgenden  Jahres  wieder  zum  Heere,
aber  nur  um  Zeuge  des  üblen  Fortganges  der  sachsischen

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