344  Friedrich  Angust  J.

Der  Anfang  seiner  Feldherrn-Laufbahn  ward  nicht  eben
vom  Gläcke  beguͤnstigt;  sie  war  ihm  zum  Theil  schon  dadurch
  verleidet,  daß  er  unter  seinen  Feldherren  auch  den  ungefälligen
  Caprara  dulden  mußte.  Sultan  Mustapha  II.
der,  theils  des  bessern  Scheines  wegen,  theils  um  seine  Horden
  noch  stürmischer  zu  begeistern,  dem  Kriege  das  Ansehen
cines  Glaubenskampfes  gab,  drang  ungestum  vor,  ging  (im
Septbr.)  über  die  Donau  nach  Temeswar  und  vernichtete
bei  Lugos  ein  deutsches  Corps  unter  Veterani.  Man  zog
sich  nunmehr  von  beiden  Seiten  in  die  Winterquartiere  und
der  Churfürst  sagte  dem  Kaiser  neue  4000  Mann  Hilfstrup-1696

  pen  zu.  Im  August  des  folgenden  Jahres  legte  sich  der
Churfürst  vor  das  von  den  Türken  besetzte  Temeswar,  und
als,  wic  er  wahrscheinlich  gewollt,  der  Sultan  mit  der
Hauptarmee  zum  Entsaß  herbeikam,  zog  er  ihm  entgegen
und  lieferte  ihm  am  27.  August  die  blutige  Schlocht  bei
Olasch,  in  welcher,  nach  beiderseitigem  schweren  Verluste,
die  Türken  das  Schlachtseld  behaupteten.  Dieser  mißliche
Erfolg,  welchem  sich  noch  mancherlei  Verdrießlichkeiten  beigesellten,
  die  dem  Churfürsten  der  Wiener  Hof  und  seine
Feldherrn  brüteten,  bestimmte  Ersteren,  das  Obercommando
abzugeben,  dem  seine  Erfahrung  und  Kriegskenntniß  auch
schwerlich  gewachsen  war,  obgleich  er  die  Schuld  des  Verlustes
  von  Olasch  dem  untapfern  Verhalten  einiger  Regimenter
  beimessen  wollte.  Ihn  beschäfrigten  bereits  seine  Plane
auf  die,  durch  den  Tod  des  heldenmäthigen  Polenkönigs,  Johann
  Sobiesky  (1696)  erledigte  polnische  Krone,  durch  welche
er  freilich  nur  zu  glänzen,  sonst  aber  weder  sich,  noch  seine
Unterthanen  zu  wärmen  hoffen  durste.  Sein  Abgang  vom
Obercommando  ward  gar  nicht  schmerzlich  vermißt;  er  hatte
sich  nur  durch  rohe  Muskelkraft  ?),  nie  aber  durch  mehr  als
allgewohnliches  Feldherrntalent  hervorgethan.  Seine  von
ihm  bei  der  Armee  in  Ungarn  zurückgelassenen  Hilfstruppen
nahmen  im  folgenden  Jahre  Theil  an  dem  großen  Siege,

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*)  Die  Türken  nannten  ihn,  hinsichtlich  seiner  gewaltigen  Körperkraft:
  Demir  helhe  —  die  Eisenhand.