Zweite  Abtheilung.

Vom  Regierungsantritte  Friedrich  Augu'sts  II.  bis
zum  Dresdner  Frieden.

Die  Polen  hatten  mit  ihrem  Argwohne,  daß  August  J.
die  Nachfolge  auf  dem  Throne  ihres  Landes  erblich  zu  machen
  strebe,  allerdings  nicht  so  unrecht  gehabt;  denn  derselbe
hatte  unter  der  Hand  vielfache  Schritte  gethan,  um  seinen
Sohn  zu  seinem  Nachfolger  zu  machen,  jedoch  ohne  Erfolg.
Was  Letzteren  anlangte,  der  als  Friedrich  August  II.  seinem
  Vater  in  der  Chur  Sachsen  folgte,  so  würde  dieser,
bei  seinem  ruhigen  und  gleichgültigen  Sinne,  schwerlich  sehr
eifrige  Jagd  auf  die  polnische  Krone  gemacht  haben,  wäre
er  nicht  durch  Minister  und  Räthe,  denen  er  sich  leider  mit
zu  unbedingter  Hingebung  anvertraute,  gedrängt  worden,
die  Plane  seines  Vaters  zu  verfolgen.  Er  hatte,  auf  Veranlassung
  und  nach  dem  Beispiele  seines  Vaters,  noch  als
Churprinz,  und  zwar,  bei  Gelegenheit  einer  Reise  nach  Italien,
  schon  1711  zu  Bologna,  den  Uebertritt  zur  katholischen
Religion  gethan.  Doch  wurde  —  aus  Gründen,  die  nicht
bekannt  worden  sind  —  dieser  Schritt  sechs  Jahre  lang  verheimlicht,
  und  erst  1717,  als  er  um  die  Exrzherzogin  Maria
Josepha,  Tochter  des  Kaisers  Joseph  II.,  warb  (mit  welcher

1711

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