394  Friedrich  August  II.

konig,  Stanislaus  Lesczinsky,  um  die  Krone  Polens.  Da
jedoch  dieser  der  Schwiegervater  des  Konigs  Ludwig  XV.
von  Frankreich  war  und  man  befürchten  mußte,  daß  mit
Stanislaus  sich  ein  fränkischer  Einfluß  in  die  Sache  Polens
  und  mittelbar  Deutschlands  einschleichen  werde,  so  waren
  die  andern  Staaten  seiner  Wahl  nicht  günstig,  vielmehr
hatten  sich,  kurz  vor  August's  I.  Tode,  Oesterreich,  Rußland
  und  Preußen  (im  December  1732)  in  dem  sogenannten
  Löwenwaldeschen  )  Tractate  vereinigt,  die  polnische
Wahl  auf  den  Prinzen  Emanuel  von  Portugal,  König
Johann's  V.  Bruder  henzuleiten.  Obschon  man  mit  diesem
Tractate  mehr  nur  Stanislaus  Wahl  und  Frankreich's
Einfluß  hatte  verhindern  wollen,  so  würde  dadurch  doch  ein
Schlag  auf  August's  II.  Hoffnungen  geschehen  seyn,  wenn
dieser  Tractat  bei  August's  I.  Absterben  schon  ratificirt  gewesen
  wäre.  Dies  war  glcklicher  Weise  noch  nicht  geschehen
  und  so  durfte  August,  ohne  seiner  Würde  Etwas
zu  vergeben,  diese  Staaten  um  ihre  Unterstütung  zu  seiner
Wahl  versprechen.  Mit  Oesterreich  und  Rußland  war  er
bald  im  Reinen  und  schloß  mit  Beiden  fermliche  Verträge.
1733  Der  mit  Oesterreich  (vom  16.  Juli  1733)  dehnte  sich  zu
einem  gegenseitigen  Schutzbündnisse  aus,  und  August  verpflichtete
  sich  darin  zu  der  von  seinem  Vater  jederzeit  verweigerten
  Anerkennung  und  Garantie  der  pragmattschen
Sanction,  welche  der  Kaiser  Carl  VI.  mit  dem  stärksien
Eifer  betrieb,  um  dadurch  seiner  Tochter,  Maria  Theresia,
und  deren  Nachkommen  die  Erbfolge  in  der  gesammten
österreichischen  Monarchie  zu  sichern.  Dem  Kaiser  geschah
durch  diese  von  August  zugesagte  Garantie  ein  ganz  besonderer
  Gefalle,  indem  die  Tochter  seines  Bruders  an  den
Churfürsten  verheirathet  war  und  er  daher  gerade  von
sächsischer  Seite  sich  der  größten  Ansprüche  und  Einsprüche

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*)  Der  Name  rührte  von  dem  russischen  Oberstallmeister,  Grafen
von  Löwenwalde  her,  welcher  diesen  Tractat  zu  Berlin  mit  den

österreichischen  und  preußischen  Ministern  abschloß.