402  Frledrich  August  II.

lagerung  von  Brünn  nöthig  hatte.  Bei  dieser  absichtlichen
Saumseligkeit  seiner  Bundesgenossen  —  die  Franzosen  folgten
  hierin  dem  Beispiele  der  Sachsen  —  ward  die  Lage  des
siegreichen  Königs  von  Preußen  selbst  bedenklich;  wenigstens
konnte  er,  da  ihm  seine  Absicht  gegen  Brünn  auszufähren
  nicht  gelang,  sich  nicht  in  Mähren  halten,  besonders  da
der  österreichische  Feldherr,  der  Prinz  Carl  von  Lothringen,
sich  ansehnlich  verstärkt  hatte.  Die  Preußen  zogen  sich  daher
  nach  Schlesien  zurück  und  die  Sachsen,  welche  sich  nunmehr
  gänzlich  von  ihnen  getrennt  hatten,  nahmen  ihre  Stellung
  im  Saatzer  Kreise.  Friedrich's  II.  Sieg  bei  Czaslau
über  den  Prinzen  Carl  brachte  Oesterreich  auf  friedliche  Gesinnungen,
  und  so  kam,  unter  großbritannischer  Vermittelung,
  am  11.  Juni  1742  zwischen  Oesterreich  und  Preußen
der  Breslauer  Präliminarvertrag  zu  Stande,  in  welchem
der  König  von  Preußen  ganz  Niederschlesien  und  den  größten
  Theil  von  Oberschlesien,  mit  vöôlliger  Souverainität  und
Unabhängigkeit  von  der  Krone  Böhmen,  erhielt.  Sachsen
ging  gänzlich  leer  aus  und  wurde  obendrein  nur  unter  der
Bedingung  in  den  Frieden  mit  eingeschlossen,  daß  es  seine
Truppen  binnen  16  Tagen  von  der  französischen  Armee  und
aus  den  österreichischen  Staaten  abrufen  sollte.  Dies  geschah
  und  nunmehr  ward  durch  die  beiderseitigen  Erklärungen
  zwischen  Oesterreich  und  Sachsen  vom  23.  und  28.  Juli,
  der  Friede  abgeschlossen.  So  geringen  Lohn  fand  Sachsen
  in  einem  Kriege,  in  welchem  es,  nach  beiden  Seiten,
  gegen  Freund  und  Feind  nur  halbe  Maßregeln  ergriffen
  hatte.  Freilich  Alles  Brühl's  Sache,  welcher  dem  Churfürsten
  über  den  Gang  der  Angelegenheiten  so  falsche  Nachrichten
  gab,  daß,  als  Friedrich  II.  den  Churfürsten  August
  von  dem  erfochtenen  Czaslauer  Siege  in  Kenntnis  setzte,
dieser  nicht  einmal  wußte,  daß  seine  Truppen  sich  von  den
Preußen  getrennt  hatten,  sondern  den  Botschafter  fragte,
wie  die  Sachsen  sich  in  dieser  Schlacht  gehalten  hätten?  —

Die  österreichischen  Waffen  nahmen  inzwischen  einen
glänzenden  Fortgang.  Die  Franzosen  wurden  aus  Böhmen