404  Friedrich  August  II.

am  22.  Mai  1744  mit  dem  Kaiser,  dem  Churfürsten  von
der  Pfalz  und  dem  Koͤnige  von  Schweden,  als  Landgrafen
von  Hessen-Cassel  die  Frankfurter  Union,  durch  welche,  wie
es  hieß,  die  deutsche  Verfassung  verwahrt,  dem  Kaiser
Schutz  geleistet  und  die  dsterreichischen  Erbfolgedifferen;zen  in
Gäte  oder  durch  rechtliche  Entscheidung  beigelegt  werden  sollten.
  Bald  darauf  trat  auch  Frankreich  bei;  auch  Sachsen
sollte  zum  Beitritte  eingeladen  werden,  obschon  man  seine
Stellung  zu  Oesterreich  genau  genug  kannte,  um  vorauszusehen,
  daß  diese  Einladung  eine  vergebliche  seyn  werde.

Schon  im  August  1744  brach  Friedrich  II.  mit  100,000
Mann  —  die  zum  Cheil,  trotz  der  Protestationen  des  churfürstlichen
  Ministeriums,  ohne  Weiteres  durch  Sachsen  gingen
  —  in  Böhmen  ein,  eroberte  Prag  und  drang  immer
weiter  vor.  Ihn  zurückzudrängen,  mußte  der  Prinz  von  Lothringen
  über  den  Rhein  zurück  nach  Böhmen  aufbrechen.
Mit  ihm  vereinigten  sich  22,000  Sachsen  unter  dem  Herzog
  von  Weißenfels.  Friedrich  II.  mußte  sich  nach  Schlesien
  zurückziehen,  seine  Truppen  Prag  und  Böhmen  rädumen.
Doch  war  dadurch  der  Rhein  und  Baiern  von  österreichischen
Truppen  entblös't  worden  und  dem  Kaiser  war  es  demzufolge
geglückt,  um  die  naämliche  Zeit,  wo  die  Preußen  Böhmen
raͤumten,  seine  Erblande  wieder  zu  erobern.  In  der  Besorgniß,
  daß  Friedrich  II.  seinen  Besuch  in  Böhmen  wiederholen
  und  diesmal  vielleicht  mit  besserem  Nachdrucke  sich  daselbst
  halten  mochte,  stiftete  der  für  Maria  Theresia  am
eifeigsten  thätige  König  von  Großbritannien  am  8.  Januar

1745  1745  zu  Warschau  eine  Quadrupelallianz  zwischen  England,
Holland,  Oesterreich  und  Sachsen.  Leßteres  sagte  Truppen,
England  und  Holland  Geld  zu.  Rußland  und  Polen  wurden
  zum  Beitritte  eingeladen  und  die  Zulassung  aller  dafür
gestimmten  Mächte  festgesetzt.

Am  18.  Januar  1745  starb  Carl  VII.  Die  deutsche
Kaiserkrone,  dieses  verlockende  Kleinod,  hatte  ihm  eine  zahllose
  Menge  von  Stürmen  bereitet,  ihm  sogar  seine  Erblande
für  Zeiten  entrissen,  die  er  nur  wiedereroberte,  um  darin  zu
sterben.  Frankreich,  zu  eifersüchtig,  um  dem  Gemahle  der