406  Friedrich  August  Il.

einigt  mit  der  sächsischen,  welche  der  Herzog  Johann  Adolf
von  Weißenfels  führte,  (im  Mai  1745)  von  Schlesien  ein
und  da  sie  nirgend  auf  Widerstand  stießen,  indem  Friedrich  II.
zwischen  Schweidnitz  und  Striegau  seine  Truppen  zusammenzog,
  so  rückten  sie  bis  in  die  Gegend  von  Hohenfriedberg
vor.  Der  Kdnig  hielt  einen  Theil  seiner  Truppen  verborgen,
daher  glaubten  die  Verbündeten  die  Uebermacht  noch  mehr
auf  ihrer  Seite  und  nahmen  eine  nicht  eben  günstige  Stellung,
  welche  Friedrichs  scharfes  Auge  schnell  entdeckte.  Am
4.  Juni  kam  es  zur  Schlacht,  und  Friedrich,  dessen  Preußen
mit  vieler  Wuth  gegen  die  Sachsen  kämpften,  weil  sie  deren
Beitritt  zu  dem  dsterreichischen  Bündnisse  mit  großem  Unmuth
  ansahen,  erfocht  einen  vollständigen  Sieg.  Friedrich,
dessen  Truppen  durch  den  Kampf  selbst  erschöpft  waren,  folgte
den  Geschlagenen  nur  langsam,  so  daß  diese  ihren  Rückzug
in  guter  Ordnung  bewerkstelligen  konnten.  Sachsen  befürchtete
  von  dem  Fürsten  von  Anhalt,  welcher  bei  Halle  ein
preußisches  Heer  zusammenzog,  einen  Einfall;  um  es  gegen
denselben  zu  schützen,  wurden  die  meisten  sächsischen  Truppen
in  ihr  Vaterland  zurückberufen.  Doch  verging  der  Sommer,
ohne  daß  von  einer  oder  der  andern  Seite  Etwas  weiter
unternommen  worden  wäre,  und  erst  am  30.  September  1745
kam  es  bei  Sorr  ohnweit  Trautenau  zur  Schlacht,  in  welcher
  Friedrich  II.,  obschon  seine  Truppenzahl  der  des  Gegners
beinahe  um  die  Hälfte  nachstand,  wiederum  Sieger  blieb.
Am  13.  September  war  Franz  Stephan,  nunmehriger
Herzog  von  Toscana  und  Maria  Theresia's  Gemahl,  zum
deutschen  Kaiser  gewahlt  und  dadurch  Friedrich  August's  II.
Reichsvicariat  beendigt  worden.  Friedrich  II.  hatte  natürlich
es  nicht  ohne  Widerspruch  bewenden  lassen;  doch  hatte  er
sich  —  da  er  von  Frankreich  aus  zu  wenig  unterstützt  wurde
und  seine  Finanzen  erschöpft  waren  —  in  der  mit  dem  Konige
  von  Großbritannien  schon  im  August  zu  Hannover  getroffenen
  Convention,  zu  einem  Frieden  mit  Oesterreich  geneigt
  erklärt,  wenn  ihm  Schlesien  mit  voller  Sicherheit  überlassen
  bleiben  solle.  Man  hatte  aber  von  Seiten  Oesterreichs
  und  Sachsens  sich  eine  zu  hohe  Aufgabe  gestellt,  als