Frledrich  August  II.  49

Aussicht  auf  den  Frieden  eröffnete  sich  durch  den  Tod  der
Kaiserin  Elisabeth  von  Rußland,  einer  der  großen  weiblichen
Feinde  Friedrich's.  Ihr  Nachfolger,  Peter  III.  schon  seit
Jahren  dem  Könige  von  Preußen  befreundet,  rief  seine
Truppen  sogleich  von  der  österreichischen  Armee  aus  Schlesien
  ab,  gab  alle  Eroberungen  an  Preussen  zurück  und  schloß
Frieden  (5.  Mai).  Nicht  volle  drei  Wochen  später  trat  auch
Schweden,  nach  einem  (22.  Mai)  zu  Hamburg  unterzeichneten
  Frieden,  vom  Kriegsschauplatze  ab.  Da  Rußland's
Friedensverwendungen  am  Wiener  Hofe  vergeblich  waren,
so  ließ  es  sogar  ein  Truppencorps  zu  den  Preußen  stoßen,
das  jedoch,  nach  Peters  Sturze,  zurückgerufen  wurde.  —
Während  dessen  wurde  der  Krieg,  besonders  in  Schlesien,
lebhaft  fortgesetzt,  wohin  auch  Daun  berufen  ward.  An
seiner  Stelle  befehligte  Serbelloni  nunmehr  auch  die  Oesterreicher
  in  Sachsen.  Durch  die  zu  große  Ausdehnung  seiner
Truppen  machte  er  es  dem  Prinzen  Heinrich  möglich,  die
Oesterreicher  von  der  Reichsarmee  zu  trennen,  sich  des  Erzgebirges
  zu  bemächtigen  und  Böhmen  zu  bedrohen.  Serbelloni,
  durch  die  Bemerkungen  der  Kaiserin  verletzt,  legte
das  Commando  nieder,  welches  nunmehr  der  Freiherr  von
Haddik  übernahm,  der  anfangs  die  Preußen  bis  hinter  Nossen
  zurückdrängte.  Aber  durch  des  Prinzen  Heinrich  Sieg  bei
Freiberg,  kam  das  Erzgebirge  wieder  völlig  in  die  Hände
der  Preußen.  Um  nicht  durch  erfolglose  Scharmützel  unndthig
  die  Soldaten  zu  ermüden,  ward  am  24.  Novbr.  für
die  Wintermonate  ein  Waffenstillstand  geschlossen,  nach
welchem  Preußen  und  Oesterreicher  die  Winterquartiere  bezogen.
  Beide  ersahen  sich  gewohntermaßen  Sachsen  hierzu
aus.

Nachdem  am  3.  November  1762  zwischen  Frankreich,
England  und  Spanien  die  Friedens-Präáliminarien  zu  Fontainebleau
  zu  Stande  gekommen  waren,  erwachte  in  den
deutschen  Mächten  die  Sehnsucht  nach  Frieden  ebenfalls  mit
größerem  Ernste.  Oesterreich  war,  nach  dem  Austritte  Rußlands
  aus  dem  Bunde,  und  bei  der  Ohnmacht  des  so  furcht-1762

