Friedtich  Christian.  427

nung  dieser  Schuld  und  dieser  Abzahlungsweise,  noch  die  dem
Lande  besonders  vortheilhafte  Erklaͤrung  hinzu:  daß,  einem
staͤndischen  Gesuche  vom  17.  Septbr.  1763  gemaͤß,  alle  der
Kammer  zustehende  Steuerscheine  aus  der  jährlichen,  zur  Tilgung
  der  landschaftlichen  Schulden  anzuordnenden  Verloosung
  gänzlich  hinwegbleiben  sollten,  indem  er  sich  jedoch,  wie
billig,  ihre  Anerkennung  und  dereinstige  Bezahlung,  wie  auch
ihre  Verzinsung  mit  3  Proc.  vorbehielt.  Besonderen  Dank
verdiente  die  strenge  und  gewissenhafte  Weise,  womit  diese
Maßregeln  zu  Wiederherstellung  des  Steuercredits  betrieben
wurden  und  die  auf  das  Land  den  wohlthätigsten  Einfluß
übte.  Nach  einem  landesherrlichen  Decrete  vom  15.  August
1763  wurden  für  inländische  fromme  Stiftungen  —  welche
durch  die  während  des  Krieges  ausgebliebenen  Zinsen  dargeliehener
  Steuercapitalien,  wie  auch  durch  die  Ermäßigung
der  Zinsen  auf  3  Proc.  sehr  zurückgekommen  —  vom  Ueberschuß
der  Steuereinkünfte  jährlich  8000  Thlr.  ausgesetzt,  welcher
Summe  der  folgende  Landtag  5000  Thlr.  zu  Gunsten  der
Leipziger  und  Wittenberger  Universitäten  und  der  Landschulen
Meißen  und  Grimma,  zulegte.  Nur  die  Erhaltung  der  Armee
  machte  auf  diesem  Landtage  —  wo  Fürst  und  Stände
sich  so  ganz  in  ihren  Ansichten  begegneten  und  gegenseitig
unterstützten  —  einige  Weillduftigkeiten,  die  jedoch  durch
Friedrich  Christian's  aufopfernden  Edelmuth  ebenfalls  beseitigt
  wurden.  Er  setzte  die  Beiträge  zur  Miliz  von  den  alten
Erblanden  auf  850,000  Thaler  herab,  mit  der  Erklärung,
die  dadurch  mangelnden  150,000  Thaler  aus  seiner  eigenen
Chatoulle  ersetzen  zu  wollen.  Solche  Schritte  mußten  ihm
wohl  die  Herzen  seiner  Bürger  gewinnen!

Die  von  Friedrich  August  I.,  im  Jahre  1697  gestiftete
Malerschule  wurde  unter  Friedrich  Christian,  nach  einem  von
dem  bekannten  Hagedorn  entworfenen  Plane,  zu  einer  Akademie
  der  zeichnenden  und  bildenden  Künste  erweitert  und
ihre  Einkünfte  auf  16,000  Thlr.  erhöhet.  Unter  der  folgenden
  Regierung  kam,  auf  Hagedorn's  Betrieb,  ein  dhnliches
Institut  für  Leipzig  zu  Stande,  welches  jenem  in  Dresden
gleichsam  die  Hand  reichte.  Beide  Akademsen  haben  auf