438  Friedrich  Chrisiian's  Tod.

Bildung  des  Geschmacks,  Erweckung  und  Befestigung  plastischen
  Sinnes,  besonders  aber  auf  Verfeinerung  vaterländischer
  Fabricate  und  Erzeugnisse  im  Allgemeinen,  den  günstigsten
  Einfluß  gehabt,  und  wenn  in  neuester  Zeit,  rücksichtlich
  der  Dresdner  Akademie,  deren  Mitglieder  als  fleißige
Lehrer  nicht  das  Lob  verdienten,  welches  ihnen,  als  Künstlern,
  zukam,  so  lag  die  Schuld  des  damit  herbeigefährten
Rückgangs  der  Akademie,  an  dem  Künstlerfinne  der  Zeit  —
der  mehr  durch  eigne  Schôpfungen  glänzen  und  seiner  Eitelkeit
  huldigen,  als  durch  prunklose  Mittheilung  seines  Wissens
  Nußen  schaffen  will  —  nicht  aber  an  den  cdlen  Stiftern
  der  Anstalt.  —

Friedrich  Christian  sollte  leider  die  Früchte  dieser  schönen
Stistungen,  an  denen  sein  sanftes  Gemöth  sich  so  innig  gelabt
  haben  würde,  nicht  erleben,  denn  schon  am  17.  December
  1763  —  nach  einer  also  nur  zweimonatlichen  Regierung
  —  starb  er  an  einem  Schlagslusse.  Schöne  und
menschenfreundliche  Entwürfe  gingen  mit  ihm  zu  Grabe.
Es  war  zu  beklagen,  daß  nach  der  dreißigjährigen
Regierung  eines  Friedrich  August  II.,  einem  Friedrich  Christian
  kaum  zwei  Monate  zur  Regierung  vergönnt  waren.
Sein  längeres  Wirken  würde  noch  manche  Wunde  geschlossen
  haben;  auch  hätte  er  durch  seine  Volksthümlichkeit,  besonders
  durch  seine  stete  Zugänglichkeit  für  den  geringsten
seiner  Unterthanen,  seinem  Sohne  und  Nachfolger,  Friedrich
August  III.,  der  viele  gute  Eigenschaften,  aber  nie  Volksthümlichkeit
  besaß  und  offenbar  zu  sehr  an  Hofformen  früherer
Jahrhunderte  hing,  ein  treffliches  Vorbild  gewähren  können.

Von  seiner  (bis  1780)  ihn  überlebenden  Gemahlin,
Maria  Antonla  von  Baiern  (Tochter  Kaiser  Carls  VII.),
hinterließ  er  vier  Söhne:  Friedrich  August  (geb.  23.  December
  1750)  Carl  (geb.  24.  Septbr.  1552,  gest.  8.  Septbr.
1781)  Anton  (geb.  27.  Deebr.  1755)  und  Maximilian
  (geb.  13.  April  1759).  Die  aͤlteste  Prinzessin,  Maria
Amalia,  vermählte  sich  mit  dem  Herzog  Carl  von  Zweibrücken
  und  starb  1795;  die  jüngere,  Maria  Anna,  starb
unvermählt,  im  Kreise  ihrer  Familie,  am  26.  November  1820.