462  Friedrich  August  III.

gemeint  sey,  sich  von  einem  jungen  Erben  ausschließen  zu
lassen.  Freilich  stand  dies  nicht  im  Einklange  mit  der,  1740
bei  ihres  Vaters  Tode  von  ihr  gegebenen  Erklärung,  worin
sie  nur  das  Recht  des  näch  sten  oder  letzten  Erben  anerkannte
  und  wonach  des  Churfürsten  Mutter  das  unbedingte
Recht  für  sich  gehabt  hätte.  Auch  die  Herzoge  von  Mecklenburg
  suchten  eine  ältere,  vom  Kaiser  Maximilian  I.  ihrem
Hause  ertheilte  Anwartschaft  auf  die  Landgrafschaft  Leuchtenberg
  geltend  zu  machen.  Die  drei  Concurrenten,  Zweibrükken,
  Sachsen  und  Mecklenburg  suchten  die  Vermittelung  des
Konigs  von  Preußen,  der,  besorgt  gemacht  durch  Oesterreichs
  Vergrößerungssystem,  einem  Jeden  Hoffnung  auf  Unterstützung
  machte,  sich  der  chursächsischen  Ansprüche  aber  mit
besonderem  Eifer  annahm.  Obschon  von  dieser  Seite  unterstützt,
  gab  der  Churfürst  seinen  friedlichen  Gesinnungen  doch
mehr  Gehdr,  als  dem  politischen  Speculationsgeiste,  und  erklärte
  sich  geneigt,  auf  einen  ansehnlichen  Theil  seiner  Ansprüche
  zu  verzichten,  wenn  dadurch  die  allgemeine  Ruhe  zu
erhalten  sey.  Aber  die  Unnachgiebigkeit  des  Wiener  Hofes
vereitelte  dieses  Anerbieten  und,  obwohl  Maria  Theresia  den
Frieden  zu  erhalten  wünschte  (freilich  ohne  auch  etwas  Wesentliches
  nachgeben  zu  dürfen),  so  stimmte  doch  Josephs  II.
Feuergeist  für  Krieg,  der  auch,  nachdem  die  zeither  mit  Preußen
  und  Oesterreich  nochmals  gepflogenen  Unterhandlungen
erfolglos  blieben,  erdffnet  wurde.  In  dieser  erwartungsvollen
  Zeit  halte  der  Churfürst  von  Sachsen,  einen  von  seinem
Freunde,  dem  Konige  von  Preußen,  ihm  gemachten  Vorschlag
—  die  beiden  Lausitzen  bis  an  die  schwarze  Elster  ihm  abzutreten
  und  dagegen  die  Erbfolge  in  den  Fürstenthümern  Anspach
  und  Baireuth,  nach  dem  Tode  des  letzten  kinderlosen
Markgrafen,  zu  übernehmen  —  mit  der  Erklärung  ausgeschlagen:
  daß  er  sich  nicht  entschließen  konne,  ihm  ergebene  und
völlig  treue  Unterthanen  abzutreten  und  gegen  andere  zu  vertauschenz
  eine  Antwort,  die  seinem  Rechtlichkeitssinne  volle

Abstammung  von  Maria  Anna,  Tochter  Wilhelms  V.  von
Basern  und  Gemahlin  Ferdinand's  II,  ab.