1793

470  Stellung  Sachsens  gegen  Frankreich.

Höfen  Oesterreich  und  Preußen  ein  Bündniß  zur  Gewährleistung
des  gegenwärtigen  Besitzstandes  ihrer  Staaten  und  zu  gegenseitiger
  Unterstützung  im  Falle  eines  Angriffs,  abgeschlossen.  Rußland,
  Großbritannien,  die  Niederlande  und  auch  Chursachsen
sollten  zum  Beitritte  eingeladen  werden.  Zwar  starb  mitten
in  diesen  Vorbereitungen,  am  1.  März  1792  der  Kaiser  Leopold
  II.,  und  die  Jacobiner  in  Frankreich  unterließen  nicht,
über  den  Todesfall  dieses  ausgezeichneten  Fürsten  —  der  ihnen
  ein  um  so  gefährlicherer  Gegner  war,  je  mehr  jeder  seiner
  Schritte  von  weiser  Vorsicht  und  leidenschaftlosem  Ernste
bezeichnet  war  —  ihre  hämische  Freude  zu  dußern,  als  eine
von  Oesterreich  mitgetheilte  Note  ihnen  die  unwillkommene
Versicherung  gab,  daß  durch  den  Heimgang  Leopold's  II.
die  Gesinnungen  des  Wiener  Hofes  keine  Aenderung  erfabren
  hätten.  Der  Churfürst  wurde  nunmehr  formlich  zum
Beitritte  eingeladen,  ließ  aber  über  die  Modificationen  dieses
  Beitritts  noch  da  unterhandeln,  als,  auf  Anregung  des
neuen  Kaisers,  auf  dem  Reichstage  zu  Regensburg  (23.
November  1792.)  der  Reichskrieg  gegen  Frankreich  beschlossen
  wurde,  den  man  jedoch  erst  am  22.  März  des  folgenden
Fahres  foͤrmlich  erklärte.  Wie  schon  bemerkt,  stellte  Friedrich
  August  hiebei  nur  das  ihm  abverlangte,  anfangs  dreifache,
  dann  fünffache  Reichscontingent,  ohne  als  Macht  gegen
  Frankreich  aufzutreten,  schloß  jedoch  über  die  Stellung
dieses  Contingents  am  7.  Januar  1793  zu  Berlin  eine  Convention
  mit  Preußen.  Unter  dem  gemeiaschaftlichen  Oberbefehle
  der  Herzogs  von  Braunschweig  wohnte  der  sächsische
Heerestheil  der  Belagerung  von  Mainz  bei,  und  focht  mit
Ruhm  bei  Pirmasenz  und  bei  Kaiserslautern.  Uebrigens
aber  mußten  sie  das  allgemeine  Mißgeschick  des  ziemlich
abentheuerlichen  Zuges  theilen,  den  der  Herzog  von  Braunschweig
  mit  so  großer  Ruhmredigkeit  begonnen  und  dann
mit  eben  so  großer  und  unbegreiflicher  Schnelligkeit  in  einen
Räckzug  verwandelte,  dessen  Mühseligkeiten  und  Verluste  vielleicht
  die  einer  Hauptniederlage  noch  überstiegen.  Dem  übertrieben
  angestrengten  Anlaufe  war  nach  seinem  Mißlingen
eine  schnelle  und  dauernde  Abspannung  gefolgt;  der  Herzog