Sachsens  Stellung  gegen  Frankreich.  471

von  Braunschweig  legte  den  Oberbefehl  nieder  und  Preußen
trat,  wie  seine  laue  Theilnahme  schon  seit  laͤngerer  Zeit  hatte
voraussehen  lassen,  gaͤnzlich  von  der  Theilnahme  am  Kriege
zurück;  indem  es  am  5.  April  1795  den  Baseler  Separat-  1795
frieden  mit  Frankreich  schloß.

Als  bald  darauf  (17.  Mai)  Frankreich  und  Preußen
über  eine  Demarcationslinie  sich  vereinigten,  wodurch  das
ndrdliche  und  das  südliche  Deutschland  von  einander  getrennt
und  jeder  zum  Bereiche  des  Erstern  gehdrige  Reichsstand,  der
sein  Contingent  vom  Reichsheere  abrief,  unter  preußischen
Schutz  gestellt  ward,  auch  mehrere  der  bedeutendsten  norddeutschen
  Reichöstände  der  preußischen  Demarcationslinie  beitraten
  (Hessen  -Cassel  schloß  sogar  einen  förmlichen  Frieden
mit  der  Republik  Frankreich);  so  betrachtete  gleichwohl  der
Churfürst  von  Sachsen  —  ohngeachtet  seiner,  durch  den
Nichtbeitritt  zur  Demarcationslinie,  in  gewisser  Hinsicht  zweideutig
  sich  gestaltenden  Lage  —  einen  solchen  Separatvertrag
  als  unvereinbar  mit  der  deutschen  Reichsverfassung,  und
ließ  (Septbr.  1795),  bei  der  Fortdauer  des  Reichskrieges,
sein  Contingent  zu  den,  von  Clairfait  angeführten  HOesterreichern
  stoßen.  Das  Verlangen  Deutschlands  und  seines  edelmüthigen
  Kaisers  Franz  J.  nach  einem  Reichsfrieden,  zerschlug
sich  an  der  doppelten  Ansicht  beider  Parteien,  indem  Frankreich
  die  Abtretung  des  linken  Rheinufers,  Deutschland  hingegen
  die  Bestimmungen  des  Westphälischen  Friedens  als
Grundlage  des  Friedens  forderte.  Erst  als  die-Franzosen
den  Rhein  uberschritten  und  das  Innere  Deutschlands  bedrohten,
  rief  der  Churfürst  sein  Contingent  zurück,  ließ  es
aber  im  Jahre  1796  von  neuem  an  den  Rhein  zurückkehren,  1706
wo  es  dem  heldenmüthigen  Erzherzoge  Carl  (15.  Juni)  bei
Wetzlar  über  die  Franzosen  unter  Lefebore,  den  Sieg  erkämpfen
  half.  Die  ersten  Unglücksschläge  dffneten  Frankreich  die
Augen  über  seinen  eigenen  Zustand,  besonders  über  die
Mängel  seiner  bisherigen  Kriegsoperationen;  es  brachte  neue
Ordnung  und  neues  Leben  in  den  neuen  Kampf,  und  bald
zeigten  sich  die  Folgen;  denn  siegreich  drangen  die  franzoͤsischen
  Feldherren,  Bonaparte  in  Italien,  Moreau  und  Jour=