482  Sachsens  Stellung  gegen  Frankreich.

Er  antwortete  (30.  Juli)  dem  Koͤnige:  „daß  er  bereit  sey,
eine  durch  die  Erbverbruͤderung  zwischen  Sachsen,  Brandenburg
  und  Hessen,  und  durch  die  deutsche  Association  bereits
begruͤndete,  naͤhere  Verbindung  einzugehen,  aber  auch  die
Mittheilung  des  Planes  derselben  wuͤnsche.  Der  Graf  von
Goͤrtz,  mit  Instruction  und  Vollmacht  versehen,  werde  unverzöglich
  auf  seinen  Gesandtschaftsposten  nach  Berlin  zurückkehren.““
  —  Diesem  war  es  zur  besondern  Pflscht  gemacht,
zu  erforschen,  welcher  Art  die  dermaligen  Verhältnisse  zwischen
  Frankreich  und  Preußen  wären.  llebrigens  zeigte  sich
der  Churfürst  der  Meinung,  daß  auch  Oesterreich  dazu  gezogen
  werden  und  Rußland  Theil  an  dem  Bündnisse  nehmen
  müsse,  falls  es  nicht  durch  den  zu  Paris  unterzeichneten
  Frieden  davon  abgehalten  würde;  auch  wollte  er  seine
Verbindlichkeit  keinesweges  auf  Hannover  ausdehnen.  Diese
angetragene  Zuziehung  Oesterreichs  und  Rußlands  lehnte
Haugwitz  ab,  „indem  Preußen  von  Napeleon  eingeladen
worden,  im  nördlichen  Deutschland  einen  öhnlichen  Bund
zu  stiften,  wie  der  Rheinbund  im  südlichen  sey,  und  Napoleon
  sich  die  Veränderung  der  fürstlichen  Würden,  als  eine
Folge  davon,  gefallen  lassen  werde.“  Als  Haupt  des
sächsischen  Hauses  ward  der  Churfürst  veranlaßt,  die  herzoglich=
  sächsischen  Linien  zu  dem  Bunde  einzuladen;  zugleich
ward  er  gefragt:  ob  er  nicht  sogleich  die  königliche  Würde
annehmen  wolle  (was  zu  einem  Artikel  des  Bundesvertrages
  werden  sollte  ),  weil  der  Churfürst  von  Hessen,  dem
ebenfalls  die  königische  Würde  angetragen  worden,  sich  hierin
nach  Sachsen  richten  wolle.  Die  Gewährleistung  Hannovers
  wollte  Preußen  dem  Churfürsten  erlassen,  nur  sollte,
wegen  der  von  den  Franzosen  in  Deutschland  angenommenen
Stellung,  der  Abschluß  des  Bundes  nach  Kraften  beschleunigt
  werden,  auch  der  Churfürst  das  etwaige  Mißtrauen  des
Wiener  Cabinets  wegen  der  gegenwärtigen,  einzig  durch  die
ZBeitverhältnisse  hervorgernsenen  Unterhandlung,  beseitigen.
Zur  Beruhigung  aller  Bedenklichkeiten  des  Churfürsten,  ward
demselben,  zugleich  mit  dem  Entwurfe  zum  Bündniß  mit
Hessen  und  mit  dem  Plane  zum  norddeutschen  Bunde,  eine