488  Sachsens  Stellung  gegen  Frankreich.

Truppen  in  Sachsen,  der  franzbsische  Gesandte  erklärte:
„daß  Napoleon  dies  als  Feindseligkeit  betrachte,“  und  deshalb
  seine  Pässe  forderte,  so  glaubte  doch  der  Churfürst  dadurch
  seine  Verhältnisse  mit  Frankreich  noch  nicht  abgebrochen,
  und  Napoleon's  Erklaͤrung  durch  Talleyrand  (vom  19.
Septbr.):  „der  Kaiser  wünsche,  daß  der  Churfürst  vollkommen
  frei  handle,  entweder  zum  norddeutschen  oder  zum  süddeutschen
  Bunde  trete;  nur  konne  der  Kaiser  keine  Association
  anerkennen,  die  unter  den  Waffen  gebildet  worden  wäre,“
schien  sich  zu  bestätigen.  Rücksichtlich  der  von  Preußen  wegen
Verzögerung  des  Allianzabschlusses  geführten  Klage,  suchte  sich
der  Churfürst  zu  rechtfertigen  und  erklärte  dem  Kdnige:  „daß
Graf  von  Görtz  unverzüglich  einen  abgeänderten  Entwurf  zur
Allianz  erhalten  würde,  worin  des  Churfürsten  Beitritt  zum
nordischen  Bunde  erwähnt  wäre;  nur  wünsche  er,  daß  das
Detail  dieses  Bundes  noch  aufgeschoben  werden  möchte,“
da  Dänemark,  Oldenburg,  Mecklenburg  und  die  Hansestädte
  sich,  in  der  zweiten  Hälfte  des  Septembers,  weigerten,
  dem  norddeutschen  Bunde  beizutreten.  Auch  erhielt  am
23.  Septbr.  Goͤrtz  Auftrag  zu  Abschliessung  des  Allianzvertrages,
  wenig  später  auch  zu  Unterzeichnung  einer  Militair-Convention
  mit  Preußen;  der  sächsische  Gegenentwurf  zum
norddeutschen  Bunde  wurde  ihm  in  15  Artikeln  in's  preussische
  Hauptquartier  nachgeschickt.  Da  aber  der  Churfürst  von
Hessen  den  durch  Waitz  zu  Berlin  verhandelten  Allianztractat
  nicht  ratificirte,  weil  Preußen  sich  die  vormaligen  Rechte
des  Kaisers  anmaßen  wolle,  so  erhielt  (6.  Octbr.)  Goͤrtz
die  Weisung,  den  Allianzvertrag  nicht  zu  unterzeichnen,  indem
  durch  Hessens  Rücktritt  die  Lage  der  Dinge  völlig  gedndert
  worden  sey.  Der  Drang  der  Ereignisse  aber  sollte
gar  bald  die  Vorsicht  des  Churfürsten  unnütz  machen  und
ihn  zwingen,  sein  Heer  unbedingt  den  Preußen  zu  überlassen.

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Preußens  dreifache  Ultimatsforderung:  daß  die  französischen
  Heere  Deutschland  ohne  Weiteres  räumen,  daß  Frank-