490  Sachsens  St.  lung  gegen  Frankreich.

reich  zu  dienen,  in  ihr  Vaterland.  Auch  die  sächsische  Mannschaft
  wurde  frei  gegeben,  die  Rcitcrei  jedoch  unter  Zurücklassung
  ihrer  Pferde.  Napoleon  wollte  durch  diese  schonende
Behandlung  des  allerdings  nur  gezwungen  den  Kampf  theilenden
  Sachsens  die  öffentliche  Meinung  für  sich  gewinnen;  auch
lag  ihm  an  der  Neutralisirung  eines  Landes,  dessen  Lage
ihm  für  seine  weiteren  Operationen  im  Herzen  Deutschlands
wichtig  war  und  Vortheile  bot.  Darauf  hinzielend,  hatte  Napoleon
  schon  am  10.  Octobr.  aus  seinem  Hauptquartiere  zu
Ebersödorf  einen  Aufcuf  an  die  Sachsen  erlassen:  „Sachsen!
Die  Preußen  haben  Ener  Land  überfallen;  Ich  betrete  dasselbe,
  Euch  zu  befreien.  Sie  haben  gewaltsam  das  Band
Eurer  Truppen  aufgeldset  und  ihrer  Armee  angeknäpft.  Ihr
sollt  Euer  Blut  vergießen,  nicht  nur  für  ein  fremdes,  sondern
sogar  für  ein  Euch  entgegengesetztes  Interesse.  Meine  Hecre
waren  eben  im  Begriffe,  Deutschland  zu  verlassen,  als  Euer
Gebiet  verletzt  ward;  sie  werden  nach  Frankreich  zurückkehren,
  wenn  Preussen  Eure  Unabhängigkeit  anerkannt  und  den
Planen  entsagt  haben  wird,  die  es  gegen  Cuch  im  Schilde
führt.  —  Sachsen!  Euer  Fürst  hatte  sich  bis  jetzt  geweigert,
solche  pflichtwidrige  Verbindungen  einzugehen.  Wenn  er  sie
seitdem  einging,  so  ward  er  durch  den  Einfall  der  Preussen
dazu  gezwungen.  Ich  war  taub  gegen  die  eitle  Herausforderung,
  welche  Preussen  gegen  mein  Volk  richtete,  so  lange
taub,  als  es  nur  auf  seinem  Gebiete  in  Wassenrüstung
trat;  dann  erst,  als  es  Euer  Gebiet  verletzte,  hat  Mein
Minister  Berlin  verlassen.  —  Sachsen!  Euer  Loos  liegt  jetzt
in  Eurer  Hand.  Wollt  Ihr  im  Zweifel  stehen  zwischen  denen,
  die  Euch  untersochen,  und  denen,  die  Euch  schützen
wollen?  Meine  Fortschritte  werden  die  Existenz  und  Unabhängigkeit
  Eures  Fürsten,  Eurer  Nation  befestigen.  Die  Fortschritte
  der  Preussen  würden  Euch  ewige  Fesseln  anlegen.
Heute  würden  sie  die  Lausitz,  morgen  die  Ufer  der  Elbe  verlangen.
  Doch,  was  sage  ich?  Haben  sie  nicht  Alles  verlangt?
  nicht  schon  längst  versucht,  Euern  Herrscher  zur  Anerkennung
  einer  Oberherrschaft  zu  zwingen,  die,  unmittelbar
Euch  aufgelcgt,  Euch  aus  der  Kette  der  Nationen  reißen