Der  Friebe  von  Posen.  493

und  dem  saͤchsischen  Obercammerherrn,  Grafen  Bose,  der
Friede  zwischen  Frankreich  und  Sachsen  unterzeichnet,  welcher
solgende  Bestimmungen  enthielt:

Der  Churfürst  tritt  dem  Rheinbunde  bei  und  übernimmt
alle  Gerechtsame  und  Verpflichtungen  desselben.  Er  nimmt
den  königlichen  Titel  an  und  erhält  in  dem  Collegium
der  Bundesversammlung  und  in  der  Reihe  der  Könige  seinen
Sitz  nach  der  Ordnung  seiner  Einführung.  Diese  Einführung
unterblieb,  so  wie  die  Eröôffnung  der  Bundesversammlung
selbst.  Er  gestattet,  ohne  vorherige  Einwilligung  des  Rheinbundes,
  unter  keiner  Bedingung  den  Truppen  irgend  einer,
nicht  zum  Bunde  gehdrigen  Macht  den  Durchzug  durch  sein
Land.  —  Da  die  Gesetze  und  Acten,  welche  das  in
Deutschland  bestehende  Recht  des  Gottesdienstes  bestimmen,
durch  die  Auflösung  des  ehemaligen  deutschen  Reichskörpers
abgeschafft  und  übrigens  nicht  mit  den  Grundsätzen  verträglich
  sind,  auf  welche  die  Confdderation  gegründet  ward;  so
soll  die  Ausübung  des  katholischen  Gottesdienstes  im  ganzen
Königreiche  Sachsen  der  Ausübung  des  lutherischen  Gottesdienstes
  ganz  gleich  gestellt  werden,  und  die  Unterthanen  beider
  Religionen  (Confessionen),  ohne  Einschränkung,  die  nämlichen,
  bürgerlichen  und  politischen  Rechte  genießen.  Se.  Majestat
  der  Kaiser  macht  dies  zu  einer  ganz  besonderen  Bedingung.“)
  In  dem  künftigen  Frieden  mit  Preußen  wird
der  Kaiser  von  letztgenannter  Macht  die  Abtretung  des  Cottbusser
  Kreises  an  Sachsen  sich  bedingen;  dagegen  tritt
Sachsen  an  einen,  vom  Kaiser  noch  zu  bezeichnenden  Fürsten
ein,  an  Bevdlkerung  und  sonst  dem  Cottbusser  Kreise  gleichstehendes
  Gebiet  zwischen  Eichsfeld  und  Erfurt  ab,  dessen
Gränzen  durch  von  beiden  Seiten  ernannte  Commissarien,
nach  Auswechselung  der  Ratificationen  bestimmt  werden  sollen.
Sachsens  Contingent  soll,  für  den  Fall  eines  Kriegs,  in
20,000  Mann  von  allen  Waffengattungen,  für  den  gegenwärtigen
  Feldzug  aber,  in  Räücksicht  der  stattgehabten  Ereig-*)

  Nicht  haltlos  war  die  Vermuthung,  Napoleon  habe,  aus  Gefälligkeit
  für  Friedrich  August,  diese  Bedingung  dictirt.  —