Zweite  Abtheilung.

Von  der  Erhebung  Sachsens  zu  einem  Koͤnigreiche,
bis  zu  der  Schlacht  bei  Leipzig.

Die  Fuͤrsten  der  Foͤderativstaaten  des  franzdsischen  Reiches
waren,  wie  leicht  erklärlich,  die  ersten,  welche  den  neuen
König  anerkannten;  doch  folgten  die  übrigen  europaͤischen
Mächte  bald  nach.  Diese  ganze,  von  Napoleon  improvisirte
politische  Umgeburt  war,  beim  Lichte  besehen,  nichts  als
eine  architectonische  Verzierung  eines  Hauses,  dessen  Last
dadurch  nur  vermehrt  und  dessen  Druck  gegen  den  unsichern
Grund  dadurch  nur  um  so  gefährlicher  unterstützt  wurde.
Auch  der  Churfürst,  bei  aller  Ruhe  seines  urtheils,  fühlte
sich  in  seiner  eignen  Meinung  höher  gestellt,  daß  der  erste
Mann,  der  Mann  des  Jahrhunderts  ihn,  pelitisch  wie  persoͤnlich,
  seiner  Freundschaft  würdigte.  Daß  dieser  ihn  bisweilen
  auch  als  Mittel  für  seine  allseitigen  Zwecke  betrachteie,
  war  er  zu  stolz  zu  vermuthen;  vielleicht  verwechselte  er
auch  Napoleons  System  mit  seinem  eigenen,  und  glaubte,
daß  derselbe,  statt  der  Verfechter  des  Despotismus,  vielmehr
der  Verfechter  des  Monarchismus  sey.  Kurz  Napoleon  durfte
sich  uͤber  den  getäuschten  Kdnig  aller  Vortheile  freuen,  welche
  das  siegende  Genie  noch  vor  dem  Verstande  voraus  hat.
Das  Verhältniß  des  Churfürsten  zu  dem  fränkischen  Eroberer
war  anfangs  die  Folge  der  Nothwendigkeit,  spater  der  getäuschten
  Uiberzeugung,  zuletzt  wo  beide  Talitzmane  fehlten,
das  Werk  der  Consequenz,  es  ging  aus  der  Potirik  mehr