500  Bündniß  mit  Frankreich.

von  Braunschweig,  Schil  u.  A.,  ihr  Thatenkraft  zu  geben
suchten,  noch  nicht  genug,  um  die  Deutschen,  bei  dem  offenbaren
  Phlegma  ihrer  Entschlüsse,  zum  entschiedenen  Handeln  zu
bringen.  Oesterreich  hatte,  wenn  es  sich  von  der  Stimmung
Deutschlands  etwas  versprach,  dessen  Charakter  zu  hoch  angeschlagen.
  Nur  das  bergreiche  Tyrol  zeigte  sich  kräflig  bereit,
  den  Kampf  für  das  geliebte  Hecrscherhaus  Oesterreich,
dem  man  es  entreißen  wollte,  mit  unerschütterlicher  Ausdauer
1800  zu  wagen.  Schon  im  März  1809  drangen  die  österreichtschen
Heeresmassen  gegen  die  Grinzen  Baierns,  Warschau's  und
Italiens  vor.  Nachdem  am  24.  April  Friedrich  August  auch
seinerseitS  den  Krieg  gegen  Oesterreich  erklärt  hatte,  stellten
sich  die  Sachsen  unter  den  Oberbefehl  Bernadette  s.  Der
Konig  aber,  der  sein  Land  nicht  binlänglich  gedeckt  und  die
böhmische  Gränze  sehr  nahe  wußte,  entfloh  aus  seinem  Lande
und  suchte  für  sich  und  die  Seinigen  Sicherheit  in  Frankfurt
  am  Main,  wo  er  sich,  nachdem  er  vorher  auf  drei
Monate  Sold  hatte  auszahlen  lassen,  vom  18.  Juni  bis
zum  8.  August  aufhielt.  Gleich  im  Beginne  des  Kampfe
sielen  unter  dem  Erzherzog  Ferdinand  30,000  Oesterreicher
in  das  Herzogthum  Warschau  ein,  in  der  Absicht,  dasselbe
für  Preußen  wieder  zu  erobern.  Poniatowéky,  welcher  Polen
  vertheidigte,  hatte  zu  werig  Mannschaft,  um  ernsthaften
Widerstand  zu  leisten,  daher  er  am  21.  April  den  Oesterreichern
  die  Stadt  Warschau  räumen  mußte.  Aber  dieser
Vortheil  der  österreichischen  Waffen  war  ven  kurzer  Dauer.
Poniatowsky'#  Einfall  in  Galizien  rief  die  dortigen  Polen.
unter  die  Waffen;  der  Erzherzog  Ferdinand  mußte  Warschau
wieder  ausgeben  und  sich  nach  Mähren  zurückziehen.  So
wurde,  nach  wechselnden  Vortheilen  und  Verlusten,  Polen
von  den  Oesterreichern  wieder  geräumt.  Napoleon's  entscheidender
  Sieg  bei  Wagram,  der  auch  mit  sächsischem  Blute
ziemlich  theuer  erkauft  worden  war,  brachte  einen  Waffensticstand,
  und  später  (14.  Octbr.)  den  Wiener  Frieden  zu
wege.  Die  Sachsen,  welche  bis  dahin  unter  Reynier  in
und  bei  Preßburg  gestanden,  hatten  durch  Seuchen  und
bitzige  Krankheiten  (zum  Theil  wohl  durch  den  unberechnet