504  Buͤndniß  mit  Frankreich.

Kälte  hatte  Napoleon  durch  die  Beraubung  des  Schwagers
desselben,  des  Herzogs  von  Oldenburg,  gegeben.  Der  gezwungene
  Beitritt  zum  Continentalsysteme  wurde  für  Rußland
  eine  schwere  Bürde,  und  da  Napoleon  durch  häufige
Ertheilung  sogenannter  Licenzbriefe  selbst  zugab,  daß  dieses
System  nicht  in  seiner  vollen  Strenge  durchzuführen  möglich
sey,  so  glaubte  auch  Rußland  mildernde  Verfügungen  treffen
  zu  dürfen.  Dies  geschah  durch  einen  cussischen  Ukas
(Deebr.  1810),  der  nicht  nur  in  den  strengen  Handelsverboten
  einige  Ausnahmen  gestattete  und  unter  neutraler  Flagge
  englische  und  Colonialwaaren  einzuführen  crlaubte,
sondern  auch  die  Einfuhr  mehrerer  französischer  Fabrikate  untersagte.
  Von  französischer  Seite  wurde  hierüber  sogleich
bittere  Klage  geführt.  Oesterreich,  welches  immer  schmerzlicher
  überzeugt  ward,  daß,  ohngeachtet  aller  Opfer,  die  es
für  Deutschlands  Freiheit  und  Unabhängigkeit  dargebracht
hatte,  doch  nicht  ein  dauernder  und  allgemeiner  Friede  eintreten
  wollte,  begann  den  durch  Familienverbindung  nur  vorübergehend
  beseitigten  Unwillen  gegen  den  nimmer  ruhenden
Eroberer  mit  verstärkter  Macht  wieder  aufzunehmen  und
drohte  über  kurz  oder  lang  mit  aller  ihm  eignen,  unerschöpflichen
  inneren  Krast  von  neuem  auf  den  Kampfplatz  zu  treten.
  Großbritannien  unterließ  nicht,  durch  allerlei,  bisweilen
  auch  kleinliche  Mittel  den  keimenden  Haß  gegen  den
Welttyrannen,  in  den  europdischen  Mächten  zu  verstärken
und  demselben  nachzuhelfen.  Preußen,  nach  schwerer
Erniedrigung  den  kommenden  Zeitpunct  ahnend,  rüstete  mit
eben  so  viel  Vorsicht  als  Nachdruck,  und  so  bereitete  sich  schon
jetzt  der  große  Weltkampf  vor,  der,  obschon  noch  einige
Zeit  zurückgehalten,  doch  nicht  ausbleiben  konnte.  Wichtig
für  das  Gedeihen  der  gegen  Napoleon's  Zwingherrschaft  sich
vorbereitenden  Opposition,  war  Schwedens  immer  engeres  Anschließen
  an  letztere.  In  Spanien  wüthete  noch  immer  der
Kampf  fort,  und  die  pyrendische  Halbinsel  sollte  an  Frankreichs
  schönsten  Kräften  gierig  und  unaufhörlich  nagen.

Um  sich  zu  der  bevorstehenden  Erweiterung  des  Kamofes
vochdruck#oll  shloNapolcon  im  Febrr  152