506  Bänduiß  mit  Frankreich.

herabwürdigen  kann,  ist  selbst  keiner  großen  Geefühle  fählg.
Friedrich  August,  an  den  ebenfalls  eine  Adresse  zu  Bestätigung
  der  Beschlüsse  der  Generalconfdderation  erging,  trat,
als  Herzog  von  Warschau,  der  Bestätigung  Napoleon's  bel.
Mit  carthagkschem  Hochsinn  bot  das  erschöpfte  Polen  seine
letzten,  dussersten  Kräfte  zu  diesem  Kampfe  auf,  von  welchem
  es,  unedel  getäuscht  durch  des  Tyrannen  eigennützige
List,  Befreiung  für  sich  hoffte.  Die  Reichsten  und  Mächtigsten
  der  Nation  verschmäheten  es  nicht,  als  gemeine  Krieger
  in  die  Reihen  der  Vaterlandsvertheidiger  zu  treten  und
nebenbei  noch  ihr  Vermoͤgen  der  allgemeinen  Sache  freudig
hinzugeben,  Frauen  legten  mit  edlem  Wetteifer  ihren  Schmuck
auf  den  Altar  des  Vaterlandes.  Mächtig  erstarkt  durch
den  Beitritt  der  Polen  —  er  stritt  diesmal  nicht  durch  Soldner,
  sondern  durch  eine  Nation  —  erklärte  Napoleon  am
22.  Juni  den  Krieg  gegen  Rußland,  und  die  Eroffnung  des
zweiten  polnischen  Krieges.  Ganz  Deutschland  beinahe  zog
mit  ihm,  und  wer  hätte  diesem  Kampfe,  der  von  Napoleon
mit  so  riesigen  Kräften,  mit  einer  gleichsam  schon  durch  ihren
  Anblick  zermalmenden  Uebermacht  begonnen  ward,  ein
so  furchtbar  tragisches  Ende  vorausgesagt?!  Der  großte
Theil  der  Sachsen  nahm  an  den  Hauptkämpfen  gegen  die
Russen  Antheil.  Die  von  dem  Hauptheere  abgesonderte  sachsische
  Brigade  Klengel  ward  am  27.  Juli  bei  Kobryn  von
der  russischen  Armee  unter  Tormassow  mit  sechéfacher  Uebermacht
  angegriffen  und  nach  einem  zehnstündigen  blutigen
Kampfe,  noch  ehe  Reynier  zum  Entsatz  herbeieilen  konnte,
gefangen  genommen.  Auch  in  der  furchtbaren  Schlacht  an
der  Moskwa  (7.  Septbr.)  fochten  die  Sachsen  mit  Auszeichnung.
  Die  Flammen  des  eroberten  Moskau  schleuderten
die  Sieger  aus  dem  verhofften  Ueberflusse  der  Winterquartiere
  auf  die  starren,  gräßlichen  Eisgefilde  des  riesigen  Reschs
und  in  die  Schreckensarme  des  Hungers.  Napoleons  Friedensanträge
  —  man  war  sie  an  dem  eisernen  Krieger  sonst
nicht  so  leicht  gewöhnt  —  wurden  von  Rußland  zurückgewiesen,
  und  die  Lage  der  Franzosen  verwandelte  sich,  bei
dem  jähen  Ueberhandnehmen  der  Kälte,  wie  des  Mangels,