510  Bündnif  mit  Frankreich.

ben  bei  Unserer  Abwesenheit  in  ihrer  verfassungsmäßigen
  Wirksamkeit.  Die  Fürsorge  für  dab
Beste  des  Landes  in  allen  durch  den  Kriegszustand  herbeigeführten
  Vorfällen  und  Verhältnissen,  haben  Wir  ciner  allhier
  (zu  Dresden)  niedergesetzten  Immediatcommission
übertragen,  an  welche  alle  Obrigkeiten  und  Unterthanen
Unsers  Königreiches,  in  den  erwähnten  Angelegenheiten  sich
zu  wenden  und  deren  Anweisungen  zu  befolgen  haben.  Wir
ermahnen  nochmals  Unsere  getreuen  Unterthanen,  durch  ein
ruhiges,  ordnungsmäßiges  und  mit  Unseren  das  wahre
Beste  des  Vaterlandes  unverrückt  bezweckenden,  Gesinnungen
und  Absichten  übereinstimmendes  Verhalten  den  alten  Ruhm
des  sächsischen  Volkes  zu  behaupten.““  Alle  Besoldungen  und
Pensionen  ließ  der  König  bei  seiner  Abreise  auf  vier  Monate
  vorauszahlen.

Sachsen,  seit  Jahrhunderten  daran  gewöhnt,  gegen  die
Kriegsfurse  den  gastlichen  Wirth  abgeben  zu  müssen,  hatte
auch  setzt  wieder  die  nahe  Aussicht  vor  sich,  zum  Schauplatz
des  Kampfes  ersehen  zu  werden.  Nach  Wittenberg  sendete
Napoleon  den  General  Lapoype  als  Gouverneur,  welcher,  um
die  Stadt  schneller  und  sicherer  befestigen  zu  können,  die
Vorstädte  mit  232  Häusern  niederbrennen  lies.  Das  von
Reynier  und  #e  Cog  geführte  stebente  Armeecorps,  welches
in  und  bei  Dresden  stand,  ward  von  zwei  französischen  Divisionen
  unter  Davoust  abgeldset,  welcher  am  19.  März,  um
die  Verbindung  mit  der  Neustadt  abzubrechen,  und  den  Andrang
  der  Ruffen  aufzuhalten,  den  dritten  Pfeiler  der  dasigen
Elbbrücke  mit  übereilter  Schonungslosigkeit  sprengen  ließ,
ein  Schritt,  der  allgemeine  Gährung  in  die  Gemüther  der
dortigen  Eimwohner  brachte,  und  das  bereits  eingerissene
Murren  gegen  die  französische  Allianz  noch  vermehrte.  Am
21.  März  erhielt  der  General  Le  Coq  den  Befehl  des  Kénigs
  von  Sachsen,  die  süchsischen  Truppen  von  den  Franzosen
  zu  trennen  und  nach  Torgau  zu  führen,  in  welcher
Festung  der  Gencral  Thielmann  stand  und  den  ausdrücklichen
  Befehl  vom  Könige  hatte,  dieselbe,  ohne  königlichen
Auftrag,  den  Truppen  keiner  Macht  zu  5ffnen.  Die  Fran-