Buͤndniß  mir  Frankreich.  515

Gruͤnau  mit  großer  Feierlichkeit  und  dem  vollsten  imperatorischen
  Glanze,  mit  welchem  sich  der  Weltbesieger  in  Augenblicken,
  wo  es  zu  effectuiren  galt,  zu  umgeben  wußte.  Der
Koͤnig  konnte,  bei  seiner  Wiederanwesenheit,  so  Manches
zur  Linderung  der  Kriegsuͤbel  beitragen  und  that  es  nach
Kraͤften,  obschon  Sachsen  noch  immer  schwer  unter  der
eisernen  Umarmung  des  fränkischen  Bundesgenossen  zu  seufzen
  hatte.  Das  Gemäth  des  Volkes  hatte  sich  bereits  ganz
der  französischen  Sache  abgewendet  und  nur  mit  Widerwillen
  fochten  die  Sachsen  für  einen  Verbündeten,  den  sie  dadurch
  nur  abhalten  konnten,  ihr  Feind  zu  werden,  ohne  sich
andere  erhebliche  Vortheile  von  ihm  zu  versprechen.  Dresden
  wurde  mit  Emsigkeit  befestigt  und  in  einen  Waffenplatz
umgeschaffen.  Napoleon  gedachte  diese  Stadt  —  die,  obschon
  er  sich  noch  immer  mit  dem  trügerischen  Scheine  des
Siegers  zu  umkleiden  verstand,  doch  bereits  zum  weiten
Gefängnisse  für  ihn  geworden  war,  indem  die  Verbündeten
ihn  hier  im  immer  engern  Kreise  umschlossen  —  mit  krampfiger
  Anstrengung  festzuhalten.  Die  Verbündeten  wurden
über  die  Elbe  zurückgedrängt  und  setzten  sich  in  der  Oberlausitz
  sest,  wo  sie  sich  mächtig  verstärkten.  Bei  Bischofswerda
  lieferten  sich  der  russische  General  Miloradowitsch  und
der  Marschall  Macdonald  eine  Schlacht,  und  das  Städtchen
wurde  von  den  Franzosen  nutzlos,  lediglich  in  einem  Anfalle
von  Raubsucht  und  grausamer  Zeitvertreiberei,  niedergebrannt.
Mit  Mühe  wurde  dem  franzbsischen  Kaiser  eine  kleine  Summe
  als  Schadenersatz  für  die  verheerte  Stadt  abgefleht.
Den  einzelnen  Gefechten  bei  Königswartha  und  Weißig  folgten
  die  Hauptschlachten  von  Bautzen  und  Wurschen,  in  denen
Napoleon,  obschon  nicht  mehr  mit  der  einstigen  Leichtigkeit
und  nur  mit  großem  Aufroande  von  Menschen,  Sieger  blieb
und  die  Verbündeten  zum  Rückzuge  nach  Schlesien  nbthigte.
Der  Wasffenstillstand  von  Poischwitz  ließ  elne  kurze  Nuhe
hoffen,  von  welcher  jedoch  Sachsen  wenig  gewahrte,  indem
die  Franzosen  nunmehr  beinahe  ausschließlich  auf  Sachsen
angewiesen  waren  und  durch  ihre  Bedürfnisse,  oft  auch  noch
durch  Plünderungen  und  Gewaltstreiche  die  letzten  Kräfte  des
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