Buͤndniß  mit  Frankreich.  517

gegen  welche  Position  nun  Napoleon  auch  immer  vorprallen
mochte,  ihm  immer  eine  andere  in  Flanke  und  Ruͤcken  blieb.
Der  ungeduldige  Stuͤrmer,  welcher  auf  diese  Weise  den  Feind
immer  an  mehrern  Armen  zugleich  anfassen  mußte,  wurde
dadurch  in  erfolglosen  Versuchen  abgequaͤlt,  und  dieses  unerwartete
  Concentriren  der  Gegenkräfte  vollendete  zuletzt  seinen
  Untergang.

Noch  verzoͤgerte  sich  jedoch  die  Entscheidung,  und  Napoleon's
unbehagliche  Lage  ward  sogar  durch  manchen  scheinbaren  Glücksblick
  gelichtet,  den  er  —  gewöhnt,  um  so  trotziger  auf  sein
Gläck  zu  pochen,  je  seltener  es  bereits  ihm  lächelte,  —  übermüthig
  auffaßte.  Der  König  von  Dänemark,  uneinverstanden
mit  der  von  ihm  geforderten  Abtretung  Norwegens  an
Schweden,  und  der  Bedingung,  unter  den  Befehl  des  Kronprinzen
  von  Schweden  25,000  Mann  Hülfstruppen  zu  stellen,
  schloß  am  10.  Juli  ein  neues  Bündniß  mit  Napoleon
ab,  und  erklärte  den  Krieg  an  Schweden.  Oesterreich  nährte
noch  immer  die  Hoffnung,  durch  seinen  Einfluß  den  Frieden
zu  vermitteln  und  ließ  durch  eine  am  30.  Juni  vom  Grafen
  Metternich  zu  Dresden  geschlossene  Convention  einen  Congreß
  zu  Prag  vorbereiten,  welchen  Frankreich,  Rußland  und
Preußen  beschicken  sollten.  Napoleon,  nur  zum  Scheine  und
des  Zeitgewinns  halber  diese  Friedensverhandlungen  aufnehmend,
  sorgte  dafür,  daß  dieselben  zu  keinem  Resultate  führten.
Mit  dem  10.  August  brachen  sie  ab.  Oesterreich,  welches,  ohngeachtet
  seiner  Sehnsucht  nach  Frieden,  erkannt  hatte,  daß
demselben  in  Napoleon's  Person  ein  unübersteigliches  Hinderniß
entgegenstehe,  hatte  seine  Rüstungen  mittlerweilen  vollendet
und  —  nachdem  zu  Reichenbach  nicht  nur  (14.  Juni)  ein  Vertrag
  zwischen  Preußen  und  Großbritannien,  sondern  auch  (15.
Juni)  ein  Subsidienvertrag,  so  wie  (6.  Juli)  zu  Peterswalde
  hierzu  ein  Ergänzungsvertrag  zwischen  Rußland  und
Großbritannien  unterzeichnet  worden  war  —  erließ  auch
Oesterreich  am  12.  August  sein  Kriegsmanifest,  welches  eine
wahrhaft  classische  Schilderung  der  französischen  Epoche,  namentlich
  auch  eine  Geschichte  des  Prager  Convents  enthielt
und  die  Hoffnung  aussprach:  „daß  ein  durch  gemeinschaftliche