518  Buͤndniß  mit  Frankreich.

Noth  und  gemeinschaftliches  Interesse  gestifteter  Bund  mit
allen  fuͤr  ihre  Unabhaͤngigkeit  bewaffneten  Maͤchten  diesen
Anstrengungen  ihr  volles  Gewicht  geben  moͤge.“

Dresden  wurde  der  Mittelpunct  der  franzoͤsischen  Operationen,
  auf  diesen  Ort  stützte  sich  Napoleon  eben  so  sehr  im
Bewußtseyn  der  Wichtigkeit  dieser  Stellung,  als  auch  vermoͤge
  seines  sieggewohnten  Trotzes,  der,  gleich  dem  düstern
Friedländer,  dasjenige,  dem  er  nachjagte,  an  sich  zu  reißen
und  zu  behaupten  trachtete,  und  wäre  es  mit  Ketten  an  den
Himmel  gebunden.  Auch  die  Verbündeten  suchten  ihn  in
seinem  Lager  auf.  Napoleon  hatte  Dresden,  so  viel  die
Zeit  es  gestattete,  befestigen  lassen  und  es  mit  Verschanzungen
  und  Pallisaden  umgeben,  und  so  erwartete  er  in  seiner
finstern  Zuverldssigkeit  seinen  Feind.  Am  26.  August  näherten
  sich  die  Verbündeten  in  sechs  Heeresabtheilungen  den
fünf  französischen  Verschanzungen  vor  Dresden.  Napoleon
wußte  die  Sachsen  und  Franzosen  zu  ungestümen  Muthe  zu
entflammen,  und  selbst  seine  junge  Garde,  aus  kaum  dem
Knabenalter  entwachsenen  Jünglingen  bestehend,  schlug  sich
mit  wüthender  Tapferkeit,  zumal  sie,  wenn  sie,  zurückgeworfen,
sich  der  Stadt  wieder  näherte,  von  ihren  eignen  Cameraden
mit  einem  Kugelregen  begrüßt  wurde.  Um  die  Verschanzungen
  wurde  furchtbar  gekämpft;  die  Oesterreicher  zeichneten  sich
bei  den  Angriffen  darauf  tapfer  aus,  verloren  aber  auch  dabei
  viele  Leute.  Die  Franzosen  wurden  aus  einigen  Schanzen
  gedrängt,  nahmen  sie  aber  auch  eben  so  schnell  wieder.
Die  Verbündeten  sahen  ein,  daß  eine  wohlbefestigte  und  von
einem  sowohl  starken,  als  tapfern  und  kriegserfahrnen  Feinde
besetzte  Stadt  nicht  so  schnell  zu  nehmen  sey.  Der  Heldentod
Moreau's  wurde  Dresdens  Rettung.  Er,  der,  von  Napolcon
mit  oft  kleinlichem  Neide  verfolgt,  bei  Dresden  den  Verbündeten
  als  kriegserfahrener  Freund  zur  Seite  stand  und  am
cifrigsten  auf  die  Einnahme  der  Stadt  bestand,  wurde  auf
den  Hoͤhen  von  Räcknitz  durch  eine  Kugel  —  ob  sie  aus  ciner
  französischen  Schanze,  oder  von  einer  reitenden  franzoͤ-sischen
  Batterie  kam,  deren  einige  sich  dem  Feinde  sehr  nahe
wagten,  ist  ungewiß  —  tödtlich  verwundet.  Wäre  er  am