Buͤndniß  mit  Frankreich.  519

Leben  geblieben,  so  würde  die  Belagerung  fortgesetzt  worden
seyn  und  Dresden  vielleicht  in  einen  Schutthaufen  verwandelt
  haben,  oder  Dresden  wäre  in  die  Hände  der  Verbündeten
  gefallen  und  Napoleon  würde  nunmehr  zum  Belagerer
geworden  seyn.  Die  Sachsen  thaten  sich  bei  der  Vertheidigung
  Dresdens  rühmlich  hervor,  besonders  die  Regimenter
Zastrow  und  die  Gardecuirassire,  welche  unerschrocken  bergauf
  gegen  die  feindlichen  Batterien  anstürmten  und  in  Carré“'s
einhieben.  Noch  einmal  war  Napoleon  Sieger;  gegen  15,000
Gesangene  fielen  in  seine  Hande,  Dresden  war  für  den
Augenblick  befreit  und  die  Verbündeten  zogen  sich  nach  Böhmen
  zurück.  Diesem  Glücköblicke  folgte  aber  ein  schwerer
Unfall  auf  dem  Fuße,  indem  am  30.  August  der  General
  Vandamme,  welcher  den  Verbündeten  nach  Böhmen
vorangeeilt  war,  um  sie  von  dort  abzuschneiden,  bei  Culm
eine  vollständige  Niederlage  erlitt  und  mit  8000  Mann  in
die  Hände  der  Verbündeten  fiel.  Die  sächsischen  Truppen
waren  seit  ihrem  Auszuge  von  Torgau,  von  6000  Mann
auf  4000  zusammengeschmolzen,  wurden  aber  durch  angestrengte
  Bemühungen  dergestalt  ergänzt,  daß  sie,  beim
Aufbruche  aus  dem  Lager  bei  Görlitz,  über  15,000  Mann
stark  waren.  Sie  sollten  den  stolzen  Plan  Napoleon's,  gegen
Berlin  vorzudringen  und  dadurch  Preußen  in  seinem  Mittelpuncte
  zu  fassen  und  zu  üngstigen,  unterstützen,  erlitten  aber
in  der  Schlacht  bei  Großbeeren  —  durch  Oudinot's  Schuld,
der  die  Generale  Reynier  und  Bertrand  auf  unerklärbare
Weise  im  Stiche  ließ  —  schwere  Verlusie.  Die  Trümmer
der  in  dieser  Schlacht  versprengten  Heeresmassen  zu  sammeln,
wurde  Ney  von  Napoleon  nach  Wittenberg  gesendet.  Nach
anfangs  günstigem  Erfolge  wurde  Ney  von  den  Verbündeten,
die  durch  den,  spät  genug  erscheinenden  Kronprinzen  von
Schweden  ansehnliche  Verstärkung  erhielten,  bei  Dennewitz
gänzlich  geschlagen.  Die  zwischen  den  französischen  Heerführern
  bestehenden  Eifersüchteleien  trugen  sehr  viel  zu  diesem
schlimmen  Erfolge  bei;  dennoch  unterließen  die  Franzosen,
die  Schuld  immer  gern  dem  Fremden  beimessend,  auch  diesmal
  nicht,  die  Schuld  der  Niederlage  auf  die  Sachsen  zu