Buͤndniß  mit  Frankreich.  521

den  Sachsen  die  französische  Bundesgenossenschaft,  die  ihnen
den  Tadel  Deutschlands,  und  von  Frankreich  keinen  Dank
zuwege  brachte.  Am  22.  Sept.  ging  auch  das  vom  Major
  v.  Bünau  geführte  sächsische  Infanterie-Bataillon  über,
im  Rücken  der  französischen  Armee  operirten  verschiedene
Streifcorps  mit  Glück,  und  fast  jeder  Tag  war  für  die  Franzosen
  von  irgend  einem  Verluste,  an  Terrain  oder  Leuten,
bezeichnet.  Wittenberg  wurde  25.  —  30.  Septbr.  von  den
Preußen  sogar  mit  Congreveschen  Brandraketen  beschossen  und
über  dreißig  Hduser  angezündet,  ohne  daß  die  von  La  Poype
vertheidigte  Stadt  sich  ergab.  Dagegen  konnte  Bertrand,  aus
Mangel  an  hinreichenden  Streitkräften,  den  Uebergang  des
ihm  mehr  als  vierfach  überlegenen  Feindes  bei  Wartenburg
auf  das  linke  Elbufer  nicht  hindern;  vielmehr  ward  er,  nach
tapferem  Widerstande,  von  einem  andern  Heerestheile  im
Rücken  angegriffen  und  durch  die  Elbaue  bis  nahe  bei  Dessau
  zurückgedrangt.  Die  Heere  der  Verbündeten  dräckten
vom  Süden  und  Norden  her  gegen  die  verhängnißvollen
Niederungen  Leipzigs  hin.  Napoleon  fand  sich  dadurch  bewogen,
  Dresden,  mit  Zurücklassung  von  30,000  Mann  unter
  dem  Marschall  St.  Cyr  und  dem  General  Lobau,  zu
verlassen  und  an  beiden  Ufern  der  Moldau  vorzudringen.  Er
ließ  Ney  gegen  Dessau  hin  und  Reynier  mit  den  Sachsen
über  die  Elbbrücke  bei  Wittenberg  vorrücken,  um  seine  Gegner
  glauben  zu  machen,  seine  nächsten  Operationen  würden  sich
gegen  Berlin  richten,  von  welcher  Stadt  er  den  Feldmarschall
Blücher  und  den  Kronprinzen  von  Preußen  durch  Zerstdrung
der  Elbbrucken  von  Roßlau,  Acken  und  Wartenburg  abschneiden
  ließ.  Statt  der  erwarteten  Nachrichten  von  seinen
über  das  Erzgebirge  vordringenden  Verbündeten,  ereilte  ihn
zu  Düben  die  Nachricht  von  dem  Uebertritte  des  Königs
von  Baiern  zur  deutschen  Sache.  Er  brach  nunmehr  nach
Leipzig  auf,  wo  er  am  14.  October  mit  dem  Koͤnige  von
Sachsen  eintraf.  Hier  häufte  er  noch  einmal  alle  militairische
  Wucht,  die  Europa  ihm  unterjocht  hatte,  um  sich  zusammen,
  um  mit  der  ungeheuren  Rüstung  zugleich  zusammenzubrechen.
  Der  Konig  von  Neapel  eröffnete  am  14.  Octbr.