Naͤchsie  Folgen  der  Schlacht  bei  Leipzig.  525

Schonung  fuͤr  die,  mit  Sturm  bedrohte  Stadt  zu  bitten.
Da  die  Deputation,  wegen  des  am  Thore  bereits  entbrannten
  Gefechtes,  wieder  umkehrte,  gab  der  Koͤnig  ihr  den  Obersten
  von  Ryssel  als  Parlamentair  mit  und  ließ  zugleich  in
seinem  Namen  um  Schonung  für  die  Stadt  und  um  Anknüpfung
  von  unterhandlungen  bitten.  Der  Kaiser  Alexander
  ädufserte  sich  nicht  ohne  Bitterkeit  über  das  Verhalten
des  Königs,  und  erklärte,  daß  er  mit  demselben  sich  in  keine
Unterhandlungen  einlassen  werde,  gab  aber  auch  die,  wenigstens
  für  das  furchtbar  geängstigte,  von  Schreckensscenen  und
Kriegsgräueln  bis  zum  Uebermaß  erfüllte  Leipzig,  trostreiche
  Versicherung:  „daß  er  die  Gesinnungen  der  Bewohner
Leipzigs  ehre  und  wisse,  wie  die  Stadt  für  die  allgemeine
Sache  gelitten  habe;  er  selbst  werde,  an  der  Spitze  seiner
  Krieger,  Einer  der  Ersten  in  die  Stadt  ziehen,  und  die
noch  unter  den  Fahnen  des  Feindes  stehenden  sächsischen
Kriege,  welche  sich  mit  seinen  Heeren  vereinigten,  würden
als  Brüder  ausgenommen  werden.“  Napoleon  hatte  noch
vor  seinem  Abzuge  den  Fürsten  Poniatowsky  und  den  Marschall
  Macdonald  beordert,  Leipzig  bis  zum  letzten  Augenblicke
  zu  vertheidigen.  Am  19.  October  Mittags  1  Uhr  drangen
  die  Verbundeten  zu  drei  Thoren  herein.  Die  Sachsen
und  andere  deutsche  Truppen  leisteten  keinen  Widerstand;
die  sich  widersetzenden  Franzosen  traf  Tod  oder  Gefangenschaft.
  Poniatowsky  und  Maedonald  warfen  sich,  nach  der
Zerstdrung  der  Elsterbrücke,  mit  ihren  Pferden  in  den  Strom.
Letzteren  trug  sein  Roß  glücklich  an  das  andere  Ufer;  Poniatowsky
  aber,  schwer  verwundet,  fand  seinen  Tod  in  den
Wellen.  Ein  edler  Pole,  durch  goldene  Träume  an  eine
Wiedergeburt  seines  Vaterlandes  verführt  und  durch  eine  verhängnißvolle
  Treue  an  das  Schicksal  des  franzdsischen  Imperators
  gefesselt,  eines  schonern  Todes  werth!  Reynier,  Lauriston
  und  Bertrand  fielen  in  Gefangenschaft.  Nach  der  Einnahme
  von  Leipzig  kam  sogleich  der  Kronprinz  von  Schweden
  zu  dem  Kenige  von  Sachsen,  und  ertheilte  ihm  noch
die  freundschaftlichsten  Versicherungen.  Während  derselbe  sich
oben  bei  dem  Konige  befand,  kamen  auch  der  Kaiser  von