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Rußland  und  der  König  von  Preußen,  unter  dem  Jubelrufe
der  Bewohner  Leipzigs,  vor  die  Wohnung  des  Köônigs  von
Sachsen  geritten,  stiegen  daselbst  ab  und  blieben  an  der
Schwelle  des  Hauses  stehen.  In  diesem  Augenblicke  kam
der  Kronprinz  von  Schweden,  begleitet  von  dem  Koͤnig  von
Sachsen,  in  dessen  Umgebung  sich  die  Generale  von  Zeschau,
von  Gersdorf,  von  Bose  und  der  Oberste  von  Heinecken  befanden,
  die  Treppe  herab.  Alexanders  Miene  verkündete
deutlich  die  Hoffnung  und  den  Wunsch,  daß  der  König  von
Sachsen  herauskommen  und  sie  empfangen  werde.  Dies  geschah
  jedoch  nicht,  sondern  der  König  blieb  auf  der  letzten
Stufe  der  Treppe  stehen;  die  beiden  Herrscher  und  der  Kronprinz
  sprachen  noch  einige  Worte  leise  zu  einander,  setzten
sich  dann  wieder  zu  Pferde  und  ritten  fort.  Vergeblich  sandte
später  der  Kdnig  seinen  Generaladjutanten  an  die  Monarchen
und  ließ  um  die  Erlaubniß  bitten,  ihnen  seinen  Besuch  abzustatten,
  und  eben  so  wirkungslos  blieben  die  weitern
Schritte  und  Briefe.  Am  Nachmittage  wurde  dem  Koͤnige
durch  den  geheimen  Rath  von  Anstetten  angekündigt:  „daß
der  Kaiser  Alexander  ihn  als  seinen  Gefangenen  betrachte
und  daß  eine  persönliche  Zusammenkunft  beiden  Theilen  nur
unangenehm  seyn  würde.“  Die  sächsischen  Garden  vor  des
Königs  Wohnung  hatten  schon  früher  das  Gewehr  strecken
müssen  und  waren  durch  russische  Truppen  abgelös't  worden.
Seine  Gemahlin  erhielt  zwar  vom  Kaiser  Alexander  einen
Besuch,  doch  konnte  sie  denselben  nicht  dazu  vermögen,  den
König  zu  sehen  und  zu  sprechen.  Diesem  wurde  am  21.  October
  durch  Anstetten  der  Beschluß  der  Verbündeten  überbracht,
  welcher  ihm  Berlin  —  späterhin  das  Lustschloß
Friedrichsfelde  zu  seinem  Aufenthalte  bestimmte,  und  am
23.  reiste  er  mit  seiner  Gemahlin  und  Tochter,  begleitet  von
dem  Cabinetsminister  Grafen  von  Einstedel  und  dem  Generale
  Zeschau,  unter  russischer  Escorte  nach  Berlin  ab,  nachdem
  er  vergebens  den  Wunsch  ausgesprochen  hatte,  sich  in
seinen  eigenen  Staaten  einen  Aufenthaltsort  auswählen  zu

dürfen.

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