Provisorische  Besitznahme  Sachsens  durch  Preußen.  546

Land  zu  verlassen  und  nach  Berlin  Uns  zu  begeben.  Se.  Maj.
der  Kaiser  von  Rußland  ließ  Uns  jedoch  zu  erkennen  geben,
daß  Unsere  Entfernung  aus  Sachsen  nur  in  militairischer
  Hinsicht  nöthig  sey,  und  Sie  forderten  Uns  zugleich
auf,  Ihnen  ein  unbeschränktes  Vertrauen  zu  widmen.  Auch
erhielten  Wir  von  J.  J.  M.  M.  dem  Kaiser  von  Oesterreich
und  dem  Konige  von  Preußen  unverkennbare  Beweise  von
Ihrer  Freundschaft  und  Theilnahme.  Wir  durften  Uns  daher
  der  Hoffnung  überlassen,  daß  Wir,  sobald  die  militairischen
  Ruͤcksichten  aufgehoͤrt  haben  würden,  in  Unsere  Gerechtsame
  wieder  eingesetzt  und  Unserm  geliebten  Volke  zurückgegeben
  werden  würden.  Wir  konnten  eine  baldige  gläckliche
  Veränderung  Unserer  Lage  mit  desto  größerer  Zuversicht
erwarten,  da  Wir  Unsern  aufrichtigen  Wunsch,  zur  Herstellung
  der  Rechte  und  der  Freiheit  mitzuwirken,  den  verbündeten
  Menarchen  auf  das  Angelegentlichste  zu  erkennen
gegeben  hatten,  und  in  jeder  Uns  möglichen  Maße  bemühet
gewesen  waren,  Unsere  wahre  Ergebenheit  gegen  Ihre  Personen,
  und  Unsere  unverstellte  Anhänglichkeit  an  der  Sache,
welche  der  Zweck  Ihrer  Anstrengungen  war,  an  den  Ta

zu  legen.  Es  gereichte  Uns  daher  zum  empfindlichsten  Schmerze,
als,  nach  dem  Abschlusse  des  Pariser  Friedens,  Unsere  wiederholten
  Bitten  um  die  unverlängerte  Zurückgabe  Unserer
Staaten  keinen  Eingang  fanden,  und  Wir  Unsere  gerechten
Erwartungen  getäuscht,  und  die  Entscheidung  über  Unser  und
Unserer  Lande  theuerstes  Interesse  bis  auf  den  zu  Wien  zu
haltenden  Congreß  auêzgesetzt  sahen.  Doch  weit  entfernt,
den  Gerüchten  Glauben  beizumessen,  die  seit  dem  Pariser
Frieden  über  das,  Unsere  Lande  bedrohende  Schicksal  sich
zu  verbreiten  anfingen,  setzten  Wir  ein  volles  Vertrauen  in
die  Gerechtigkeit  der  verbündeten  Monarchen,  ob  Wir  gleich  die
Ursache  der  Uns  widerfahrenen  Behandlung  nicht  zu  erforschen
vermögen.  Der  große  Zweck  des  so  glücklich  beendigten
Krieges  ist  die  Erhaltung  und  Befestigung  der  rechtmäßigen
Throne  gewesen;  die  dazu  verbündeten  Mchte  haben  es  in
feierlichen  Proclamationen  mehrmals  aukgesprochen,  daß  ihre
Absicht  nur  auf  Wiederherstellung  des  Rechtes  und  der  poa