Sachsens  Wiedergestaltung  seit  1815.  573

zugestanden  hätten.“  Ohne  die  nachgesuchte  nochmalige  Vernehmung
  der  Stände,  erschien  am  19.  Febr.  1827  der  erwähnte
  Entwurf  als  Mandat,  begleitet  von  einem  mit  zweckmä-Kiger
  Umsicht  und  Unparteilichkeit  abgefaßten  zweiten  Mandate,
betreffend  den  Uebertritt  von  einer  christlichen  Confession  zur
andern,  und  besonders  den  wichtigen  Punct  enthaltend:  daß
der  Geistliche,  mit  welchem  eine  Person  vor  ihrem  Uebertritte
  sich  noch  zu  besprechen  habe,  und  der  von  der  bisherigen
  Confession  des  Angemeldeten  seyn  mäüsse,  sich  eine  Herabwürdigung
  der  Confession,  zu  welcher  Letterer  überzutreten
  beabsichtige,  nicht  erlauben  dürfe.  —  Die  Erhöhung  des
Reformationsfestes  zu  einem  ganzen  Feiertage,  zeugte  von
des  Königs  Achtung  für  jede  Confession.

Durch  die  Landestheilung  war  Leipzig  zur  einzigen  Universitct
  Sachsens  geworden,  und  jemehr  die  gesiörten  Verhältnisse
  des  Landes  anfangs  auch  auf  dieses  Institut  ungünstig
  einwirkten,  desto  mehr  bedurfte  es  der  landesvaterlichen
  Theilnahme  und  Unterstützung.  Am  meisten  wurde  dies
in  Hinsicht  der  Bibliothek  empfunden,  die,  ohngeachtet  erhaltener
  namhafter  Bereicherungen,  doch  in  manchen  Zweigen
größere  Vervollständigung  erheischte.  Der  Konig  schaffte  ihr
mit  bedeutenden  Kosten  eine  reichhaltige  philologische  Büchersammlung
  an,  schenkte  zum  Neubaue  des  kleinen  Fürstencollegiums
  zu  Leipzig,  5000  Thaler  baar  und  bewilligte  einen
  jährlichen  Zuschuß  von  150  Thaler  auf  10  Jahre,  um
die  Zinsen  der  für  diesen  Bau  noch  aufzunehmenden  Capitale
  zu  decken.  Die  Stände,  welche  anfangs  den  an  sie  ergehenden
  Aufforderungen,  die  Universität  kraftig  unterstützen
zu  helfen,  bei  weitem  nicht  in  der  gewünschten  Maße  nachkamen,
  entschlossen  sich  endlich  ebenfalls  zu  bedeutenderen  Bewilligungen,
  so  daß  nunmehr  auch  angehende  hoffnungsvolle
Privatlehrer  unterstützt,  die  Besoldungen  und  Pensionen  zu
gering  besoldeter  Lehrer  erhöht,  so  wie  die  im  Kriege  beschädigten
  Hrsäle  wieder  hergestellt,  oder  auch  neue  angelegt,
  und  sonstige  zweckdienliche  Maßregeln  getroffen  werden
konnten.  Die  durch  den  Befreiungskampf  gegen  Napoleon
erregte,  seitdem  fortdauernde,  und  nur  in  ihrer  Richtung