Innere  Verhaͤltnisse  der  neuesten  Zeit.  615

sters  v.  Lindenau  wies  mit  bündiger  Umfassenheit  auf  die
vollbrachten  Arbeiten,  die  gewonnenen  Resultate  und  die
noch  zu  erdrternden  Interessen  hin.  „Die  wichtigste  umgestaltung“
  —  erwähnte  er  dabei  —  „hat  das  gesammte
Finanzwesen  erhalten,  und  was  in  andern  Landen  nur  nach
und  nach  geschah,  ist  hier  im  Laufe  dieses  Landtages  gelungen;
  das  ganze  System  der  indirecten  Abgaben  ist  neu  gestaltet,
  die  Grundstevern  bedeutend  vermindert,  der  Verbrauch
aller  Staatsbürger  gleicher  Beitragspflicht  unterworfen  und
zugleich  damit  Freiheit  des  Verkehrs  nach  innen  und  aussen,
diese  nie  versiegende  Quelle  gewerb=  und  handeltreibender
Wohlfahrt,  im  weiten  Umfang  erreicht  worden,  und  eben  so
wurden  auch  die  Grundsätze  der  laͤngst  gewünschten,  oft  versuchten,
  stets  mißlungenen  Grundsieuer-Regulirung  jetzt  so
klar  und  einfach  festgesiellt,  daß  ein  rasches  Vorschreiten  im
Erfolg  der  Ausführung  mit  Zuversicht  zu  erwarten  ist,  und
somit  vielleicht  nach  wenig  Jahren  Sachsen  das  erste  Land
seyn  wird,  wo  die  Beitragspflicht  eines  Jeden  zum  Staatserforderniß,
  diese  Lebensfrage  der  Verwaltung,  im  richtigen
Verhältniß  des  Verbrauchs  und  des  Besitzes  geordnet  seyn
kann.

„Zum  bessern  Gedeihen  der  Gewerbe  und  des  Ackerbaues
wurde  durch  neue  Verwilligungen  und  durch  die  zu  Vervollständigung
  des  wohlthätig  wirkenden  Frohnabldsungs-Gesetzes
unenkbehrlichen  Bestimmungen  uͤber  Zusammenlegung  der
Grundstücke  beigetragen,  und  eben  so  auch  für  jene  mitleidswerthe
  Classe  der  Strafbaren,  Verirrten  und  Kranken,  durch
die  beschlossene  verbesserte  Einrichtung  der  Zucht=  und  Versorgungsanstalten
  menschenfreundlich  gesorgt.  Auch  ist  durch
die  gelungenen  Verhandlungen  mit  den  Oberlausitzer  Ständen
  zur  Vereinfachung  der  innern  staatsrechtlichen  Verhältnisse
des  Konigreiches  ein  wichtiger  Vorschritt  geschehen,  und  dadurch
  die  Interessen  aller  Landestheile  noch  fester  verbunden
worden.“  —  Nach  geschehener  Vorlesung  des  Landtagsabschiedes
  und  nach  erfolgter  Gegenrede  des  Präsidenten  der
I.  Kammer,  erklärte  der  Staatsminister  v.  Lindenau,  im