Innere  Verhaͤltnisse  der  neuesten  Zeit.  617

auch  sonst  schwungreich  war,  die  sächsischen  Fabrikate  ein
höchst  erfreuliches  Uebergewicht  behaupteten  und  die  stärkste
Nachfrage  erfuhren,  wodurch  die  bisher  noch  hin  und  wieder
  gegen  den  Zollverein  herrschenden  Meinungen  größtentheils
  für  denselben  gestimmt  wurden.

Der  Gewerbthätigkeit  in  Sachsen  blieb  freilich  noch  immer
  eine  größere  Aufmunterung  zu  wöünschen,  und  sie  kann
daher  auch  in  diesem  Augenblicke  nicht  in  jeder  Hinsicht  den
Vergleich  mit  dem  Auslande  aushalten;  doch  that  unverkennbar
  auch  hierin  die  Regierung  neuerlich  manche  zweckdienliche
Schritte,  die,  wären  sie  schon  unter  der  vorigen  Regierung
geschehen,  der  vaterländischen  Industrie  gewiß  einen  ansehnlichen
  Vorsprung  gewonnen  haben  würden.  So  wurden,
zu  Belebung  der  Landwirthschaft  und  des  Gewerbfleißes,
Preisbewerbungen  für  die  Jahre  1832  —  37  veranstaltet,
nahmhafte  Belohnungen  für  Einführung  der  Seidenzucht,
für  die  Auffindung  von  Steinkohlenlagern  um  Chemnitz,  als
dem  Herzen  des  vaterländischen  Fabrikwesens,  für  Verbesserung
  des  Weinbau's,  für  den  Anbau  von  Gräsern  zu  Strohgeflechten,
  für  die  Auffindung  von  Steinen  zum  Steindruck,
für  die  gewerbliche  Ausbildung  Blinder  und  Taubstummer  2c.
auögesetzt.  Die  Bekanntmachung  von  1832,  daß  sämmttliche,
für  den  Cioil-,  Hof=  und  Militairetat  ndthige  Bedürfnisse,  die
das  Inland  in  gleicher  Güte,  wie  das]  Ausland,  liefere,  auch
im  Inlande  bezogen  werden  sollten,  brachte  eine  früher  nichr
mit  Unrecht  laut  gewordene  Beschwerde  über  Hintanstellung
vaterländischer  Producte  hinter  ausländischen,  zu  zweckmäßiger
  Erledigung.  Die  seit  1831  unterlassene  Gewerbausausstellung
  in  Drebden  wurde  im  Jahre  1834  wiederholt
und  brachte  auch  im  Maschinenwesen  erfreuliche  Resultate;
doch  schien  der  Gewerbsgeist  noch  nicht  genug  gereist,  um
durch  die  Ehre  der  bffentlichen  Anerkennung  zu  fleißigen  Einsendungen
  gereizt  zu  werden,  und  so  erschien  auch  diesmal
diese  Ausstellung  zu  lückenhaft,  um  ein  umfassendes  Bild  industrieller
  Entwickelung  gewähren  zu  koönnen.  Der  besondern
Anerkennung  der  Regierung  hatte  sich  der  seit  1831  in's
Leben  getretene  Industrievercin,  welcher  von  Chemnitz  aus