620  Innere  Verhaͤltnisse  der  neuesten  Zeit.

Bergbau  erfreulich  weiter;  die  jaͤhrliche  Production  wird  auf
64,000  Mark  Silber,  440  Ctr.  Kupfer,  5000  Ctr.  Blei
und  Glätte,  66,000  Ctr.  Eisen  aller  Art,  2,800  Ctr.  Zinn,
gegen  1,000  Ctr.  Braunstein,  12,400  Cer.  Kobaltarten,  70
Ctr.  Wistzmuth,  3000  Ctr.  Arsenik,  20,000  Cir.  Vitriol,
20,000  Ctr.  Schwefel,  600,000  Ctr.  Steinkohlen  und  eine
unbestimmte  Menge  Braunkohlen  und  Torf  angeschlagen.
Neben  den  materiellen  wurden  auch  die  geistigen  Interessen
  nicht  versäumt.  Im  Schul=  und  Erziehungswesen
hatte  Sachsen  zwar  schon  seit  länger  eine  nicht  unerhebliche
Stufe  erklommen,  saß  aber  auf  derselben  geraume  Zeit  auch
dergestalt  fest,  daß,  wenn  es  auch  nicht  gerade  hinter  der
Zeit  zurückblieb,  die  Zeit  sich  wenigstens  stark  seitabwärts
von  ihm  zu  entfernen  drohte.  Von  mehrern  Seiten  wurden
hierüber  zweckmäßige  Winke  ertheilt,  und  es  war  nicht  schwer,
zu  der  Ueberzeugung  zu  kommen,  daß,  neben  dem  Mangel
einer  umfassenden  höhern  Aufsicht,  hauptsächlich  auch  die  bejammernswerth
  dürstige  Lage  der  Volksschullehree  —  die
man  von  dem  Schulgelde  leben  ließ,  das  arme  Eltern  für
ihre  Kinder  zahlen,  oder  öfter  noch  zu  zahlen  unterlassen  —
das  Vorschreiten  des  Schulwesens  niederdrucke.  Am
treffendsten  wies  eine  Schrift  des  Kirchen=  und  Schulrathes
Schulze:  „das  Veolksschulwesen  in  den  königlich  sachsischen
Landen  von  seiner  mangelhaften  und  hülfsbedürftigen  Selte
dargestellt“  (Leipzig  1833),  auf  diese  Gebrechen  hin,  die  im
Laufe  der  nächsten  Zukunft  wohl  eine  allmälige  Abstellung
erfahren  werden.  Wie  über  das  Volksschulwesen,  erhoben
sich  auch  tadelnde  Stimmen  über  den  dermaligen  Zustand
des  Gelehrtenschulwesens.  Namentlich  geschah  dies  in  der,
dem  Gesammiministerium  und  den  versammelten  Ständen
vorgelegten,  mit  Wahrheit  und  Sachkenntniß  abgefaßten
Schrift  des  Directors  des  Gymnassums  zu  Sittau,  Lindemann:
  „die  wichtigsten  Mängel  des  Gelehrtenschulwesens
im  Königreiche  Sachsen,  nebst  Anträgen  zu  deren  Verbesserung“
  (Zittau  und  Leipzig  1834),°')  worin  besonders  die

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7  Die  unwürdige  Stellung  des  Lehrstandes  beklagt  der  Verfasser  in
der  Vorbemerkung  zu  der  erwähnten  Schrift,  auf  einc  ergreifende