624  Innere  Verhaͤltnisse  der  neuesten  Zeit.

opfert;  moͤchten  Sachsens  Bewohner  sich  stets  von  einem
gleichen  Geiste  beseelen  lassen!  —  Kein  Verstaͤndiger,  selbst
wenn  die  Entwickelung  der  Verhaͤltnisse  nicht  gleichen  Schritt
mit  seiner  Sehnsucht  und  mit  seinen  Erwartungen  haͤlt,
zweifelt  mehr  an  dem  aufrichtigen  Willen  der  Regierung;
denn  das  Gute  gedeiht  im  Leben  langsamer,  als  in  der
Idee,  und  Fuͤrsten,  die  sich  bereit  zeigten,  so  Vieles  hinzu—
geben,  stehen  uͤber  jedem  Mißtrauen  erhaben.

Mit  Anton  IJ.  beginnt  für  Sachsen  eine  neue  Aera,
und  haͤtte  auch  die  spaͤte  Sonne,  die  ihm  zum  Throne  leuch—
tete,  ihm  nicht  mehr  Zeit  gegoͤnnt,  hervorstechende  Regen—
teneigenschaften  zu  entwickeln,  so  hat  sein  hochherziges  Entsagen
  ihm  doch  die  schönste  Bürgerkrone  auf  das  greise
Königshaupt  gedrückt  und  die  Geschichte  wird  ihn  dankbar
unter  die  zugleich  edelsten  und  denkwürdigsten  Fürsten  des
Wettinerstammes  einzeichnen,  ihn,  unter  dessen  Scepter
Sachsen  seine  herrlichste  Wiedergeburt  feierte.

Heil  und  Gedeihen  dem  Vaterlande!