A.  Die  Staatsprüfung.  91

c)  Geographie  und  Geschichte  als  Hauptfächer.
d)  Mathematik  und  Physik  als  Hauptfächer.
e)  Naturgeschichte  als  Hauptfach,  Mathematik  und  Physik  als  Nebenfächer.

f)  Philosophie  in  Verbindung  entweder  mit  Griechisch  als  Hauptfach
und  Latein  als  Nebenfach,  oder  mit  Mathematik  als  Hauptfach  und
Physik  als  Nebenfach.
Dann  folgende  Kombinationen  mit  Beschränkung  auf  Realschulen:  Außer
der  Gruppe  d)  noch  folgende:
g)  eine  der  modernen  Sprachen,  Französisch,  Italienisch,  Englisch  ...
in  Verbindung  mit  Deutsch  als  Hauptfächer.
h)  Die  englische  Sprache  als  Hauptfach,  dazu  Französisch  und  Deutsch
als  Nebenfächer.
i)  Mathematik  als  Hauptfach  mit  darstellender  Geometrie  als  Hauptfach
  oder  2  Nebenfächern  (geometrisches  Zeichnen  und  Physik).
Die  Ähnlichkeit  wie  die  Verschiedenheit  zwischen  Österreich  und  der  obigen
Staatengruppe  springt  in  die  Augen:  bei  den  letzteren  ist  ale  Mindestmaß  ein
Hauptfach  nebst  zwei  Nebenfächern  aufgestellt,  selbst  Lateinisch  als  Hauptfach
kann  von  dem  Griechischen  als  Hauptfach  getrennt  werden;  in  Österreich  ist  die
Verbindung  zweier  Hauptfächer  in  sehr  vielen  Fällen  Pflicht,  so  in  der  klassischen
Philologie,  in  der  Geschichte  und  Geographie,  in  der  Philosophie  mit  der
griechischen  (nicht  der  lateinischen!)  Sprache,  im  Französischen,  Englischen  mit
dem  Deutschen;  aber  das  Deutsche  allein  (bezw.  irgend  eine  andere  Landessprache)
  kann  als  Hauptfach  dastehen,  dann  aber  mit  zwei  Nebenfächern,  ebenso
das  Englische  allein  als  Hauptfach,  dann  mit  zwei  Nebenfächern,  aber  mit
Beschränkung  auf  Realschulen.  Auch  hier  nimmt  also  Österreich  eine  vermittelnde
  Stellung  ein:  in  einigen  wenigen  Fächern  gestattet  es,  daß  der  Kandidat
diese  als  einziges  Hauptfach  sich  erwählt.
Wieder  ganz  anders  zeigen  sich  die  beiden  süddeutschen  Königreiche.
In  Bayern  unterscheidet  man  I.  Prüfung  in  den  philologisch-historischen  Fächern,
Il.  Prüfung  in  der  Mathematik  und  Physik,  III.  Prüfung  in  den  neueren  Sprachen.
Überall  sind,  wie  schon  oft  erwähnt,  zwei  Prüfungen  nötig.  —  Die  erste
mündliche  Prüfung  im  philologisch-historischen  Fach  erstreckt  sich  auf  die
alten  Klassiker,  Deutsch,  Geschichte  (griechische,  römische,  deutsche,  bayerische),
in  der  zweiten  Prüfung  des  philologisch-historischen  Faches  haben  alle  Kandidaten
  Studien  tiber  Pädagogik  und  Philosophie,  die  klassischen  Philologen  eine,
besonders  durch  Archäologie  vertiefte  Kenntnis  im  Gebiete  der  Altertumswissenschaft
  und  der  alten  Philosophie  zu  zeigen;  die  Kandidaten,  deren  Arbeit  aus
der  Geschichte  oder  der  deutschen  Literatur  genommen  war,  müssen  sich  mit
der  deutsch-philologischen  Wissenschaft  bez.  den  wichtigsten  Quellen  der  deutschen
  und  bayerischen  Geschichte,  sowie  den  historischen  Hilfswissenschaften
(Paläographie,  Diplomatik,  Chronologie)  und  beide  mit  der  Geschichte  der
neueren  Philosophie  vertraut  zeigen.
Bei  weitem  nicht  so  umfassend  müssen  die  Kenntnisse  der  Kandidaten  der