—  360

Unmittelbar  nach  dem  Tode  des  Generalfeldmarschalls
Grafen  von  Moltke  wurde  Major  Hellmut  von  Moltke  zum
diensttuenden  Flügeladjutanten  des  Kaisers  ernannt.  Er
wurde  Kommandeur  der  Schloßgarde-Kompagnie  und  im
Jahre  1893,  während  er  gleichzeitig  in  feiner  Stellung  als
Flügeladjutant  des  Kaisers  verblieb,  zum  Oberstleutnant  befördert.
  Weitere  drei  Jahre  später  avancierte  er  zum  Oberst.  In
dieser  Eigenschaft  wurde  Hellmut  von  Moltke  Kommandeur  des
Kaiser-Alexander-Gardegrenadier-Regiments  Nr.  1,  welches
Kommandv  er  bis  zum  Jahre  1899,  also  drei  Jahre  lang,  innehatte.
  Heute  noch  wird  er  in  der  Rangliste  dieses  Regiments
sowie  des  Füsilierregiments  Graf  Moltke  Nr.  38  à  la  suite
geführt.  Während  der  Jahre  1899—1902  sehen  wir  Hellmut
von  Moltke  als  Generalmajor  das  Kommando  der  1.  Garde-Infanterie-Brigade
  führen.  Seine  Beförderung  zum  Gereralleutnant
  erfolgte  im  Jahre  1902.  Gleichzeitig  wurde  er  Generaladjutant
  und  Kommandeur  der  1.  Gardedivision.  Die
Ernennung  zum  Generalquartiermeister  geschah  zwei  Jahre
später,  und  zwar  am  18.  Februar  des  Jahres  1904,  wodurch
von  Moltke  wieder  in  den  Generalstab  der  Armee  eintrat.

Nachdem  der  alte  Generalfeldmarschall  Graf  Moltke  im
Jahre  1888  von  seiner  Stellung  als  Chef  des  Generalstabs
der  Armee  geschieden  war,  übernahm  Graf  Waldersee  dieses
verantwortungsvolle  Amt.  Nach  dem  im  Jahre  1891  erfolgten
Rücktritt  des  Grafen  Alfred  von  Waldersee  wurde  Alfred  Graf
Schlieffen  dessen  Nachfolger.  Ende  1905  erfolgte  der  Rücktritt
des  Grafen  Schlieffen  von  seinem  Posten,  und  nun  rückte  am
1.  Januar  1906  Hellmut  von  Moltke  in  das  Amt  ein,  das  sein
ruhmreicher  Onkel  so  viele  Jahre  zum  Heil  des  Vaterlandes
innegehabt  hatte.  In  dem  gleichen  Jahre,  in  dem  Moltkes
Ernennung  zum  Chef  des  Generalstabes  erfolgt  war,  wurde  er
auch  zum  General  der  Infanterie  befördert.  Im  Jahre  1909
zeichnete  ihn  Kaiser  Wilhelm  durch  die  Verleihung  des  Schwarzen
  Adlerordens  ganz  besonders  aus,  am  27.  Januar  1914
wurde  er  zum  Generalobersten  befördert.