—  31  —

Hellmut  Johannes  Ludwig  von  Moltke  vermählte  sich  am
28.  September  1878  mit  der  Gräfin  Elise  Moltke-Huitfeld,  die
der  alte  Feldmarschall  besonders  ins  Herz  geschlossen  hatte,  da
sie  es  verstanden  hatte,  den  Lebensabend  des  Greises  in  liebe—
voll-kindlicher  Hingebung  zu  verschönern.  Sie  schenkte  ihrem
Gatten  vier  Kinder,  drei  Töchter  und  einen  Sohn.  Astrid,  die
älteste  Tochter,  ist  dem  Grafen  Heinrich  Bethusy-Huc  als  Gattin
  angetraut.  Moltkes  einziger  Sohn  gehört  als  Offizier  der
deutschen  Armee  an.

Am  Morgen  des  26.  Oktober  1890,  an  welchem  Tage  Feldmarschall
  Graf  Moltke  seinen  90.  Geburtstag  feierte,  richtete
bei  den  ihm  von  seiner  Familie  dargebrachten  Glückwünschen
der  Major  Graf  von  Moltke  vom  Großen  Generalstab  als
Aeltester  der  Anwesenden  eine  Ansprache  an  das  vom  Kaiser
und  vom  ganzen  Reich  gefeierte  Familienoberhaupt  und  verband
  mit  Worten  der  Verehrung  und  Liebe  das  Gelöbnis,  daß
alle  Moltkes  zu  jeglicher  Zeit  mit  gleicher  Treue  und  Hingebung
  zu  Kaiser  und  Reich  stehen  würden,  wie  der  Feldmarschall
  es  in  seinem  langen,  neunzigjährigen  Leben  getan
habe.  Dieses  Gelöbnis  haben  die  Moltkes  nicht  vergessen,  und
wir  alle  sind  durchdrungen  von  der  Ueberzeugung,  daß  der
Chef  des  Generalstabes  der  Armee,  Hellmut  von  Moltke,  mit
allen  seinen  Kräften  bestrebt  ist,  in  die  Fußtapfen  seines  großen
Lehrmeisters  zu  treten.

Bei  Kriegsausbruch  hatte  Generaloberst  von  Moltke  eine
Kur  in  Karlsbad  unerwartet  unterbrechen  müssen.  Durch  die
Aufregungen  des  Feldzuges  hatte  sich  dann  sein  Leiden  so  sehr
verschlimmert,  daß  er  die  Geschäfte  des  Chefs  des  Gencralstabes
des  Feldheeres  an  den  Kriegsminister  von  Falkenhayn  abgeben
und  am  1.  November  zu  seiner  völligen  Wiederherstellung  sich
nach  Bad  Homburg  begeben  mußte.  Auch  Moltkes  einziger
Sohn,  der  verwundet  wurde,  wartete  dort  seine  Gesundung  ab.